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Hagenower Kreisblatt

28. September 2016 | 08:52 Uhr

SVZ-Fragen zum Wochenende : Opa Karl weckte Liebe zur Natur

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Revierförster Heiko Berkhauer fühlt sich im Wald wohl, hat ein fotografisches Gedächtnis und ist gern auf Reisen

Ob es um die Einweisung der Forstwirte mit ihren Rückpferden geht oder um die Ernte von Bucheckern, Ansprechpartner ist in diesen und vielen weiteren Frage rund um den Wald Revierförster Heiko Berkhauer (46). Er ist für das Forstrevier Lassahn des Forstamtes Radelübbe und damit für etwas mehr als 2000 Hektar Wald zuständig.

In Schwerin und Rehna aufgewachsen wollte der heute 46-Jährige schon immer Förster werden. Sein Opa Karl hat in ihm das Gespür für den Wald und die Liebe zur Natur geweckt. Den Forstberuf erlernte er von der Pike auf, von 1986 bis 1988 als Facharbeiter für Forstwirtschaft und Mechanisator. Seine Armeezeit wurde durch die politische Wende in der damaligen DDR unterbrochen. Anfang der 90er-Jahre begann er mit dem Studium der Forstwirtschaft. Nach der Tätigkeit im Forstamt Radelübbe übernahm er 2011 das Revier Lassahn. Damit trat Heiko Berkhauer die Nachfolge von Revierförster Rolf Ziebart an. Zu Hause ist Heiko Berkhauer in Perlin am Dümmer See, er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Unter hundertjährigen Buchen im Testorfer Wald am Streckenplatz beantwortet der Revierförster SVZ-Redakteur Dieter Hirschmann die beliebten Fragen zum Wochenende.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Lerne aus der Vergangenheit, gestalte die Zukunft, aber lebe jetzt und hier.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Mein Lieblingsplatz ist eindeutig der Wald. Ich bin aber auch sehr gern auf Reisen unterwegs, dann in solche Regionen wie Skandinavien oder Nordamerika, wo ebenfalls viel Wald zu finden ist.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Das erste Geld verdiente ich in der Lehre mit dem Pflücken von Tabakblättern.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Da es in der Lehre war, gab ich das Geld für meine Berufsausbildung aus, Büchergeld musste gezahlt werden, Fahrtkosten standen an.
Wo findet man Sie am ehesten?
In der Natur, da bin ich privat und beruflich zu finden. Dienstlich bin ich aber auch oft am Schreibtisch zu finden.
Was stört Sie an anderen?
Mich stört Unpünktlichkeit. Und ich kann überhaupt nicht ab, wenn Menschen ihre eigene Verantwortung für ihr Handeln oder Nichthandeln anderen Personen anlasten wollen.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Da will ich keine einzelne Person benennen. Für mich sind Menschen Helden, die kleine oder große Dinge in dieser Welt zum Positiven verändern, die ihre eigene Lebenszeit einsetzen, um etwas zu verändern.
Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?
Ich versuche mir meine Träume und Wünsche zu erfüllen, ich bin recht bodenständig, und schaue schon drauf, dass ich keine Wünsche habe, die ausufern. Da wir gern verreisen, wäre ein schönes Reiseziel Südafrika, und das wär ein Traum, den ich mir noch erfüllen will.
Was bedeutet Ihnen persönliches Glück?
Die Gesundheit für mich und meine Familie steht an erster Stelle. Aber mein persönliches Glück besteht für mich vor allem darin, dass ich einen Beruf habe, den ich ausleben kann, der für mich Berufung ist. Ich habe keine Angst, dass ich morgen schon wieder zur Arbeit muss, im Gegenteil, ich freue mich auf jeden nächsten Tag.
Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Das mag vielleicht für einen Außenstehenden eigenartig sein, aber ich esse unwahrscheinlich gern Leberwurst in allen Varianten sowie Rindfleisch.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich lese durchschnittlich, nicht so viel. Aber es sind weniger Bücher sondern mehr Zeitschriften, die ich gern lese. Schwerpunkt dabei sind u.a geschichtliche und naturwissenschaftliche Beiträge. Zur Zeit lese ich übrigens eine Abhandlung über die Wikinger. Dieses Volk finde ich sehr interessant.
Worauf könnten Sie niemals verzichten?
Auf das Zusammenleben mit meiner Familie und guten Freunden. Aber natürlich auch auf die Auszeiten, die wir uns durch das Reisen nehmen, bei denen wir abschalten und im Kopf frei werden können.
Was würden Sie gern noch können?
Ich möchte meine Englisch-Kenntnisse verfeinern und so gut die Sprache beherrschen, wie meine Tochter. Ich möchte gut kochen können. Und ich möchte doch bitte etwas besser Auto fahren, wünschen sich meine Frau und die Fahrzeugwerkstatt.
Können Sie sich mit nur einem einzigen Wort beschreiben?
Interessiert, vielschichtig.
Wo ist für Sie Heimat?
Heimat ist ein großer Begriff, teilweise in anderen Zusammenhängen negativ belastet. Ich würde es hier mit dem Ausspruch eines Spielers der Fußball-Nationalmannschaft halten, der türkische Wurzeln hat. Er hat gesagt: „Heimat ist eher ein Gefühl als ein Ort“. Da, wo ich mich wohl fühle, ist für mich Heimat.
Wenn Sie drei Wünsche frei hätten ...
Wann bekommt man drei Wünsche frei? Der erste Wunsch betrifft die Gesundheit und Zufriedenheit. Den zweiten und dritten Wunsch würde ich gern den Leuten geben, die es brauchen. Die beiden Wünsche würde ich nicht für mich beanspruchen wollen.
Verraten Sie uns, was kaum jemand über Sie weiß?
Ich habe ein fotografisches Gedächtnis. Wenn ich einen Text lese, dann fällt mir auf den ersten Blick ein Fehler auf. Ich sehe einfach sehr schnell, wenn Buchstaben falsch sind.
Wem sollen wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Nachdem in der Vergangenheit so viele Männer vorgeschlagen wurden, möchte ich jetzt eine interessante Frau vorschlagen, die Leiterin des Zarrentiner Amtsbauhofes, Eva Böhlke. Sie wird sicherlich einiges zu erzählen haben.

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von
erstellt am 17.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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