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Hagenower Kreisblatt

30. August 2016 | 15:08 Uhr

A 24 : Nächste Abfahrt nach der Grenze ist nun Gudow

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Nach 32 Jahren wurde aus der alten Betriebsabfahrt an der Zonengrenze jetzt eine richtige Anschlussstelle

Fast 32 Jahre nach der Eröffnung der damaligen Transitautobahn zwischen Hamburg und Berlin ist jetzt am Kilometer 40,5 eine komplett in allen Richtungen nutzbare Anschlussstelle mit Namen „Gudow“ eingeweiht worden. Nummeriert mit „8b“ ist dieser für 844 000 Euro gebaute Anschluss eine wichtige Ergänzung für die Infrastruktur im grenznahen Raum. Führt doch diese Abfahrt auf die erst vor einem Jahr sanierte Landesstraße 205 zwischen Büchen und Gudow und wird vor allem für etliche Pendler der Region zu deutlichen Erleichterungen führen.

Vor allem für die Gudower in Schleswig-Holstein ging mit der schnörkellosen Einweihung unmittelbar vor dem Reformationstag so etwas wie ein Traum in Erfüllung. „Endlich, nach 32 Jahren“, stand auf dem Plakat, das der 83-jährige Otto Meincke hoch hielt. Meincke war nicht nur lange Bürgermeister in Gudow, er hatte auch Funktionen im Kreis. Als die Autobahn am 20. November 1982 eröffnet wurde, wollte man im damaligen Kreistag die Abfahrt Gudow nicht haben. Aus ökologischen Gründen, wie es hieß. Den Reisenden aus Hamburg oder Berlin sollte kein Grund gegeben werden, um im damals beschaulichen Zonenrandgebiet anzuhalten. „Zu dieser Zeit habe in der überwiegend landwirtschaftlich ausgeprägten Region östlich des Elbe-Lübeck-Kanals kein Bedarf auf eine eigenständige Anbindung an das Bundesautobahnnetz bestanden“, hieß es in der Pressemitteilung des Kieler Verkehrsministeriums dazu.

Diese Meinung änderte sich spätestens mit dem Wegfall der Grenzen aber auch mit der veränderten Arbeitswelt. Die Gudower mussten sich immer Schleichwege zur Autobahn suchen. Die heutige Abfahrt war immer nur als Betriebsweg ausgebaut. Dabei wurde die Trasse schon bei ersten Bauarbeiten 1940 angelegt, doch später durften diesen Weg nur Mitarbeiter der Grenzstation und des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr nutzen.

Dass dieses Provisorium nun eine offizielle Auffahrt ist, kann der Autofahrer gleich mehreren günstigen Umständen verdanken. Zum einen gelang des den Behörden einen deutlich verkürzten Planungszeitraum zu nutzen, dann war auch noch Geld für die Umsetzung da, und am Ende ist das Bauvorhaben auch noch 400 000 Euro billiger geworden als gedacht.

2006 waren alte Planungen wieder aufgenommen worden, die Bauphase selbst nahm nur drei Monate in Anspruch. Und so strahlte am Ende nicht nur Jens Sommerburg vom zuständigen Landesbetrieb in Lübeck, der das Vorhaben maßgeblich vorangetrieben hatte. Und das trotz einer Verzögerung, die es auf dem entsprechenden Autobahnabschnitt durch die Pleite eine Bauunternehmens gegeben hatte. Für die Gudower, in der Gemeinde wohnen 1600 Menschen, sind nun Berlin und Hamburg deutlich näher gerückt. Die Gemeinde verspricht sich durch die Abfahrt aber auch eine Entlastung von den Schleichverkehren und will durch die bessere Erreichbarkeit auch für junge Familien attraktiver werden, wie es Bürgermeister Dr. Eberhard Laubach ausdrückte. Die Anschlussstelle Gudow hat aber auch erhebliche Bedeutung für den nahen Mecklenburger Bereich. Es gibt inzwischen lebhaften Pendelverkehr in beide Richtungen. So auch in den unmittelbar benachbarten Busineßpark 24, dem größten Gewerbegebiet in Westmecklenburg. Mehr als ein Drittel der dort ingesamt beschäftigten 3500 Menschen wohnt nach Angaben der IHK Lübeck in Schleswig-Holstein. Aktuell baut dort die bisher in Büchen beheimatete Firma „Schur Pack“ ihr neues Faltschachtel-Werk. Dann wird es weitere Pendler von Schleswig-Holstein nach Mecklenburg-Vorpommern geben.

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erstellt am 03.Nov.2014 | 07:55 Uhr

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