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Hagenower Kreisblatt

01. September 2016 | 03:50 Uhr

Film aus Lübtheen im Kika : Mit Ferdinand bis in die Schweiz

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Animationsfilm von Grundschülern aus Lübtheen wird auf Filmfesten im Nachbarland und Dresden nominiert / KiKA zeigt Ausschnitt

Noch ganz begeistert erzählen die Schüler von ihrem Projekt – wie sie den Tieren im Wald Leben eingehaucht haben und wie sie sich eine Geschichte um einen kleinen orangen Fisch ausdachten. Heraus kam „Ferdinand“ – ein Animationsfilm über Freundschaft und Zusammenhalt, der nun bis in die Schweiz bekannt geworden ist.

„Wir sind am Sonntag auf dem Schweizer Filmfest mit unserem Film nominiert“, erzählt Klassenlehrerin Waltraud Jungblut stolz. Doch nicht nur das, auch auf dem Filmkunstfestival in Dresden wird „Ferdinand“ am Samstag gezeigt und von einer Jury bewertet. „Sogar der Sender KiKA hat bei uns angefragt, ob sie einen Teil des Filmes im Fernsehen zeigen dürfen“, fügt die Lehrerin hinzu. Mit einem so großen Medienrummel hätte die Klasse 4b nie gerechnet. „Wir sind ganz aufgeregt“, sagt Jette Klockmann, die zusammen mit ihrer Mutter die jungen Filmemacher in Dresden vertreten wird.

Vier Tage lang haben die Schüler aus der Grundschule in Lübtheen an der Geschichte gearbeitet. Mit Hilfe von Mirko Schütze von der Sophie Medienwerkstatt aus Hagenow wandelten die Kinder ihre Erzählung in einen Film um. „Wir haben uns die Tiere ausgedacht, sie aufgemalt und ausgeschnitten“, erinnert sich Domenik Dobbrick, der dem Vogel und dem Hasen Leben einhauchte. „Und sie dann an die Wand geklebt und immer ein Stückchen bewegt.“

Die vier Minuten lange Geschichte besteht aus zahlreichen Bildern, die später am Computer zu einem Film zusammengeschnitten wurden. Rund 12 Bilder werden für eine Sekunde Film benötigt. „Es war wirklich viel Arbeit. Man musste auf vieles achten, dass zum Beispiel keine Hand auf dem Foto zu sehen ist“, erklärt Lea Marie Gärtner, die die Maus spielte.

Der kleine orange Fisch wurde von Jette Klockmann ins Leben gerufen. „Ferdinand ist ganz allein im Wasser und sieht traurig zu, wie die anderen Tiere am Ufer spielen“, beschreibt die zehnjährige die Anfangsszenen des Filmes. „Doch dann kommt der Frosch Quak, freundet sich mit Ferdinand an und erzählt allen Tieren im Wald von dem Fisch“, fügt Jannis Steinat, der den Quak spricht, hinzu. Geschrieben wurde die Geschichte von Finn Niemann. „Wir haben unsere Ideen zusammengetragen und Finn hat daraus eine Geschichte gemacht“, erzählt Jette. Jedes Kind brachte seinen ganz eigenen Charakter in die Geschichte ein. „Die Tiere passen super auf die Schüler“, erklärt die Lehrerin. So wurde die tiefe ruhige Stimme des Hirsches von Fabian Rathsack gesprochen und der neunjährige Richard Kessler spielte den schlauen Fuchs in der Geschichte.

Das Thema Freundschaft spielt nicht nur im Animationsfilm eine große Rolle. „Die Kinder haben sich im Vorab für dieses Thema entschieden“, sagt Waltraud Jungblut. „Es ist auch in der Klasse ein großes Thema.“ Die Schüler hätten teils große Leistungsunterschiede, zudem gebe es auch schwierige Charaktere in der Gruppe. „Wir hatten häufig Streitigkeiten in der Klasse.“ Seit dem Medienprojekt habe sich jedoch einiges geändert. „Die Kinder arbeiten ganz harmonisch zusammen, sprechen sich ab und helfen sich gegenseitig“, freut sich die Lehrerin.Das Medienprojekt in der Grundschule wurde von Schulsozialarbeiterin Vivian Schwarzkopf initiiert. Sie hatte Mirko Schütze von der Medienwerkstatt und Andy Krüger vom „Medientrecker“ eine Woche lang in die Schule eingeladen, um mit den Kindern den Animationsfilm und ein Hörspiel umzusetzen. Beide Gruppen hatten ihre erste große Premiere vor den Lehrern, Schülern und Eltern zur Zeugnisausgabe vor den Sommerferien. Und schon hier war das Projekt ein voller Erfolg. „Ich bin unwahrscheinlich stolz. Es ist super angekommen und hat so viel Freude gemacht“, erinnert sich Jungblut.

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erstellt am 12.Nov.2015 | 08:00 Uhr

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