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Hagenower Kreisblatt

03. Dezember 2016 | 20:49 Uhr

Vorgestellt: Monika Hippmann : Mit dem Taxi Berufung gefunden

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Monika Hippmann aus Bandekow hat nach jahrelanger Odyssee endlich eine Arbeit, die sie ausfüllt und ihr Spaß macht

Hier sagen sich Hase und Fuchs wahrscheinlich wirklich Gute Nacht, in dem kleinsten der 18 Ortsteile von Lübtheen. 1363 erstmals urkundlich erwähnt, gehörte das spätere Gutsdorf Bandekow zum Burglehen Redefin. Heute leben in den sieben Wohnhäusern um die 12 Einwohner. Zu ihnen gehören die Hippmanns.

„Zuerst hatte ich Schwierigkeiten, die Stille zu ertragen. Jetzt ist es herrlich“, verrät Monika Hippmann. Die gebürtige Wittenburgerin, die in Lübbendorf aufgewachsen ist, lebt seit 2001 in dem Mini-Dorf. Selbst die Schwiegermutter wolle hier nicht mehr weg. Ehemann Reinhard Hippmann kannte das Dorf von früher. Der gebürtige Lübtheener, der in Gößlow großgeworden ist, schätzt ebenfalls die Abgeschiedenheit dieses Landstriches. Zur Arbeit fährt der 59-Jährige nach Hamburg. Als Baggerfahrer seien dort die Verdienstmöglichkeiten einfach besser, berichtet er im SVZ-Gespräch. „In Bandekow zu leben, habe ich bisher nie bereut. Hier gibt es keinen Nachbarschaftsstreit. Und keiner mault rum, wenn man sonntags mal den Rasenmäher anwirft.“

Seine Gattin fährt seit Mai dieses Jahres in Lübtheen Taxi für den Hagenower Unternehmer Mario Voß. Und hat damit endlich ihre Berufung gefunden, wie sie sagt. Denn ihre berufliche Pfade waren bisher mehr als nur verschlungen. Gelernt habe sie im Lederwerk Schwerin Süd. „Doch als Näherin zu arbeiten, war mir zu langweilig. Also wechselte ich in die staatliche Forst. Kurz vor der Wende habe ich dann in der Holzverarbeitung angefangen“, erzählt die 58-Jährige. Doch damit nicht genug. Im Kindergarten in der Gemeinde Lübbendorf-Gößlow war Monika Hippmann auch zeitweilig beschäftigt. Ebenso wie im Gartenlandschaftsbau in Lübtheen. „Dann wurde ich arbeitssuchend und habe sechs Jahre bei Storchennest in Ludwigslust gearbeitet. Davon hatte ich irgendwann die Nase voll und heuerte für vier Jahre bei einer Zeitarbeitsfirma an.“ Anschließend sei sie wieder arbeitslos geworden. Durch eine dreimonatige Umschulung bei der Bettenwelt in Zarrentin im Bereich der Lagerwirtschaft sei sie wieder in den Arbeitsmarkt gerutscht. „Ich merkte sehr schnell, dass das nicht meins war.“ Also habe sie das Internet unermüdlich nach Jobangeboten durchforstet. Bei Taxi Dömitz sei sie fündig geworden. „Die suchten jemanden für den Bereich Lübtheen. Also habe ich Taxi- und Personenbeförderungsschein aus meiner eigenen Tasche bezahlt und danach als Taxi-Fahrerin für Lübtheen angefangen. Das ist interessant.“ Man lerne jeden Tag neue Leute kennen. „Manche erzählen einem in kürzester Zeit ihre halbe Lebensgeschichte. Die suchen einfach nur mal jemanden, der ihnen zuhört.“ Auch wenn man mitunter nachts fahren müsse, mache ihr die Arbeit viel Spaß, gesteht Monika Hippmann, die mit ihrem Taxi unter anderem auch Krankentransporte, Schülerfahrten, Dialysefahrten, Gütertaxi, Arztbesuche, Linientaxi von Pritzier nach Lübtheen und retour sowie Briefpost befördere und realisiere. „Wir fahren mittlerweile alles. Wenn meine Gesundheit mitspielt, kann ich das hoffentlich noch ein paar Jahre machen.“  

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erstellt am 23.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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