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Hagenower Kreisblatt

10. Dezember 2016 | 05:58 Uhr

Hagenow : Mecki steigt ins Bandgeschäft

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Alter Kultursaal in Hagenow soll bis Ende 2017 schwarze Zahlen schreiben, sonst droht das Aus. Dafür setzt der Inhaber auf neues Konzept

Endspurt für den Mecki: Noch ein Jahr, dann soll der aufgepeppte alte Hagenower Kultursaal  laufen. Ein paar hunderttausend Euro würden bereits in dem  Objekt stecken, das Inhaber und Architekt Martin Giesenhagen seit 2010 stetig umbaut und versucht, mit Leben zu füllen. Ende 2017 muss der Mecklenburger Hof  nun endgültig schwarze Zahlen schreiben. Ansonsten droht ihm das Aus.

Als  Martin Giesenhagen eines Tages alleine an einem Tisch im Mecki sitzt und grübelt, wie es weitergehen könnte, kommt ihm die Idee: Er könnte junge Bands fördern, damit den Saal füllen und Geld verdienen. Dafür investiert er eigens in Video-, Schnitt- und Lichttechnik und stellt jemanden für diesen Bereich ein. Die erste Band will bereits am 26. November zwischen 300 und 400 Fans nach Hagenow holen und gemeinsam mit ihnen eine Live-DVD produzieren.

Bis zu 200 Euro kostet sonst eine Stunde im Tonstudio, sagt Gitarrist Martin Blum. Da können für eine Produktion schnell mal 3000 Euro zusammenkommen. Der junge Mann arbeitet seit kurzem als Ton-Techniker für Martin Giesenhagen. Und er gehört zur Wismarer  Band „Boogie Beat Busters“, die als erste den Versuch wagt, ein Video für die eigene Werbung in Hagenow zu produzieren. Die Musiker müssen zwar auch einen gewissen Betrag ans Mecki bezahlen, haben aber die Möglichkeit, die Summe über die selbst festgelegten Eintrittsgelder zu schmälern. Damit hätten sie die halben Produktionskosten wieder drin, schätzt Martin Giesenhagen. Und sie „sparen die Postproduktion. Wir schneiden live.“  So könnte vielleicht auch aus einer Garagenband etwas größeres werden, so eine Hoffnung. Giesenhagen könnte sich auch vorstellen, die Bands weiter zu begleiten und mit ihnen in die Vermarktung zu gehen.

Jetzt „wollen wir das aber erstmal testen“, sagt der Hagenower. Er hofft, dass das Konzept einschlägt und ständig   junge Bands in Hagenow  auftreten. Die Bedingung: Sie müssen ihre Fans  mitbringen.  Für die „Boogie Beat Busters“ kein Problem. Die Idee fanden sie sofort gut. Probeaufnahmen haben sie schon gemacht. Und die klingen gut, wie Martin Blum sagt. Seit zehn Jahren gibt es die Band nun schon. Es wäre also eine Jubiläums-DVD.

Und wenn das Konzept „wirklich gut läuft, haben wir nur noch ein Problem“, so Martin Giesenhagen. „Dass wir hier nicht genug Pensionen haben für die Leute.“

Mit Hagenow allein wird der Mecki nicht überleben können, davon ist Martin Giesenhagen überzeugt. „Wir müssen über den Tellerrand schauen“, sagt er. Hagenow liege zwischen zwei großen Städten, und „wir müssen schauen, was wir den Leuten anbieten können“. Und das soll künftig die „ganze Palette“ sein – Bar, Tresen, Küche, Bühne. Auch auf private Feiern will er sich verstärkt konzentrieren.

Sollte das Konzept  aufgehen, der Mecki schwarze Zahlen schreiben, übergibt Martin Giesenhagen den Komplex an einen Betreiber. Sollte es nicht aufgehen, würde es gleichzeitig das Aus für den Kultur-Klub-Hagenow bedeuten, der seit 2012 wieder verstärkt zu Veranstaltungen wie das Klubkino und die Feuerzangenbowle in das Haus einlädt. „Ohne Mecki wären wir nicht mehr existent“, sagt die Vorsitzende Regina Schlüter. „Es wäre sehr schade. Wo gibt es noch solche Räume in Hagenow?“ Aber wenn die Leute das nicht annehmen würden, müsse man es irgendwann aufgeben, sagt sie andererseits. Doch „so schnell geben wir nicht auf.“

Auch für  den beliebten Weihnachtsrock wäre es ein Verlust, wie Christian Jessel von den Initiatoren sagt. Sie müssten nach einer Alternative suchen. „Schön wäre es, wenn der Mecki erhalten bleibt. Er ist schon ein idealer Ort.“

 

Das ist los im Mecki

Wiskyseminar am 14. Oktober um 20 Uhr: Rainer Koch lädt zu einer Erlebnisreise für die Geschmacksknospen. Das Motto diesmal „Herbstlese“.

Ronny Weiland mit „Lieder von der Wolga“ am 23. Oktober um 16 Uhr: Der Vollblutmusiker mit dem unverkennbaren Bass wird das Beste aus Klassik und russischer Volksmusik präsentieren.

Klubkino des Kultur-Klub  Hagenow am 28. Oktober um 20 Uhr: Einmal im Monat zeigt der Klub einen Film im Mecki. Sie dürfen den Film leider nicht bewerben. Die Gäste dürfen sich überraschen lassen. Alle sind eingeladen, der Eintritt ist frei.

Varietedinner am 19. November um 19.30 Uhr: Man geht nicht mehr nur einfach essen, das Essengehen soll zum Erlebnis werden. Das Vier-Gänge.Menü vom Meisterkoch Maiwirth wird begleitet von der Show der Zwillinge Carmen und Claudia – Metropolenfeeling auf dem Mecklenburger Land inklusive.

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erstellt am 11.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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