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Hagenower Kreisblatt

29. September 2016 | 13:53 Uhr

Lübtheen : Lübtheens Drillinge sind erwachsen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Johanna, Clara und Fritz werden heute 18 Jahre alt und halten trotz ihrer Volljährigkeit weiter zusammen wie Pech und Schwefel

Heute ist es soweit, endlich. Um kurz nach 14 Uhr sind sie  erwachsen, nicht mehr minderjährig. Fritz ist der Älteste, er wird um 14.33 Uhr 18 Jahre alt, Johanna folgt ihm eine Minute später und um 14.35 Uhr ist dann auch Clara offiziell volljährig. Lübtheens Drillinge lassen  ab heute ihre Kindheit  hinter sich und wollen das mit einer großen Fete auch ordentlich feiern.

Rudolf-Breitscheid-Straße 1, das war schon immer das Zentrum der Familie und das ist es auch für die Jungerwachsenen geblieben. Zumal die von allen geliebte Feuerwehrzentrale gleich nebenan liegt. Und die Feuerwehr spielte und spielt im Leben der Familie Blohm immer eine ganz zentrale Rolle. Die Drillinge machen da keine Ausnahme. Bruder Fritz ist längst in der Erwachsenenwehr angekommen. Eigentlich wollte er von Beruf Feuerwehrmann werden, doch seine Sehkraft ist etwas eingeschränkt. Damit schied dieser Beruf für ihn leider aus. Seine Schwestern sind nicht nur Gründungsmitglieder der Floriangruppe, sie unterstützen immer noch die Jugendwehr, wo sie können. Nur zu Einsätzen fahren sie nicht.

Wer die drei unvoreingenommen sieht und nicht kennt, der wird denken, da hat der Junge aber zwei hübsche Freundinnen, die sich ziemlich gleichen. Kein Wunder, sind Johanna und Clara doch eineiige Zwillinge. Inzwischen kann man sie dank leicht verschiedener Frisuren und Kleidung wenigstens unterscheiden. Selbst ihr Bruder gibt zu, dass er die beiden ein einziges Mal verwechselt hat. Doch wer die drei zusammen erlebt, merkt sofort den Zusammenhalt der Drillinge, die unausgesprochene Verbundenheit.

Für ihr Alter haben sie erstaunlich wenig Flausen im Kopf. Im Gegenteil, im Gespräch mit der SVZ wissen alle sehr klar, was sie werden wollen.

Johanna und Clara sind seit mehr als einem Jahr die Woche über in Schwerin, sie lassen sich zur  Sozialassistentin ausbilden. Und dann soll es gleich weitergehen zum Erzieher. „Wahrscheinlich wollen wir  unsere Tante hier im Hort ablösen, das wäre doch etwas“ sagt Johanna. Abitur zu machen, wäre  ihnen nie in den Sinn gekommen, ergänzt Schwester Clara. „Für das, was wir einmal werden wollen, braucht  man das nicht.“ Beide wohnen zusammen, machen ihre Ausbildung gemeinsam und haben auch noch manches Mal ihren Bruder zu Gast.

Bodenständig sind sie alle geblieben, sie mögen ihre Freunde und kommen gern zur Familie und nach Lübtheen zurück.

Ihrem 18. Geburtstag fiebern sie schon lange entgegen. Dafür gibt es drei gute Gründe. Einer steht auf dem Hof,  ist ein gebrauchter Seat und verheißt die mobile Unabhängigkeit. Den Führerschein haben sie alle, nur von den Prüfungen wussten die Eltern nichts. Sie  wurden erst  hinterher informiert.

Der zweite gute Grund hat mit Onkel „Ronald“ aus Stendal zu tun. Der trägt auf seinem Körper ein Tattoo, auf dem „Free“ steht. Und bisher weiß niemand  in der Familie, was dahinter steckt. „Onkel Ronald hat immer gesagt, wenn ihr 18 werdet, dann sage ich es euch. Wir sind schon wirklich sehr gespannt.“

Der dritte Grund, sich auf das Erwachsenenleben zu freuen, ist simpler.  Clara: „Wir müssen dann endlich keine Zettel mehr bei unseren Eltern vorlegen, damit die für uns unterschreiben, nur weil wir formal noch minderjährig sind. Das nervt echt.“

Ansonsten sind sie alle bescheiden geblieben, Fritz macht eine Lehre als  Mechatroniker bei der Firma Brüggen und will in dem Betrieb, in dem auch seine Eltern arbeiten, noch ein Weile bleiben. Er freut sich schon auf die Lehrgänge, die er als erwachsener Feuerwehrmann nun angehen kann. Und so spricht viel dafür, dass die Familie Blohm auch mit den erwachsenen Drillingen ein ganz besonderer Verbund bleibt.

 

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erstellt am 23.Sep.2016 | 05:00 Uhr

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