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Hagenower Kreisblatt

11. Dezember 2016 | 03:12 Uhr

Einbrüche im Herbst : Lichtscheue bevorzugen die dunkle Jahreszeit

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Polizei musste 2015 im Landkreis 226 Einbrüche in Einfamilienhäuser bzw. Wohnungen bearbeiten

Die kalte Jahreszeit spielt dem lichtscheuen Gesindel besonders in die Hände. Zum einen können sie schneller feststellen, ob jemand zu Hause ist, zum anderen bietet die Dunkelheit mehr Schutz vor Entdeckung. Zudem ist solch ein Einbruch in der Regel schnell vorbei. Bevorzugt wird vor allem leicht Tragbares wie Bargeld, Schmuck, Laptops und hochwertige Kameras.

Aus der polizeilichen Kriminalstatistik geht hervor, dass die Polizei im vergangenen Jahr im gesamten Landkreis 226 Einbrüche in Einfamilienhäuser bzw. Wohnungen registrieren und bearbeiten musste.

Kripo konnte Teil der Einbrüche aufklären

„Die Kriminalpolizei konnte einen Teil dieser Einbrüche zwar aufklären und die ermittelten Tatverdächtigen der Justiz zuführen, dennoch sitzt der Schock auch lange nach solch einem Ereignis bei den betroffenen Opfern tief. Zumal jeder Einbruch ein direktes Eindringen in die unmittelbare Privatsphäre bedeutet“, so Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Die Langfinger seien immer darauf bedacht, unbeobachtet und schnell an das Eigentum anderer zu gelangen. Dabei nähmen sie auch große Sachschäden, die sie häufig hinterließen, billigend in Kauf. „Ihnen ist es nicht wichtig, ob und wie Opfer solch ein Ereignis erleben bzw. verarbeiten. Sie nutzen jede sich bietende Gelegenheit, Sommer wie Winter.“

Winterfestmachung steht wieder an

In den Kleingarten- und Bootsschuppenanlagen beginne nun wieder die Winterfestmachung, führt Wiechmann weiter aus. „Ein Hauptaugenmerk sollte dabei unbedingt auf die Sicherung der Gebäude bzw. der Werkzeug- und Geräteschuppen gelegt werden, denn leider muss die Polizei, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten, immer wieder Einbrüche in Garten- und Bootshäuser registrieren.“

Meist seien die Täter auf der Suche nach Wertgegenständen, teuren Werkzeugen bzw. Gartengeräten und hinterließen bei ihren Diebestouren in aller Regel auch Sachschäden, die nicht selten den Wert des Diebesgutes weit überstiegen. „Also Grund genug, spätestens jetzt entsprechende Vorsorge zum Schutz vor Einbrechern zu treffen. Dabei sollte man seinen Garten bzw. seine Bootshausanlage ruhig einmal mit den Augen eines Einbrechers betrachten, um so Schwachpunkte analysieren zu können.“ Beliebte Einstiegspunkte seien nach wie vor Fenster, Türen und Dachluken. Wiechmann stellt aber auch klar: „Trotz aller Vorsorge gibt es leider keinen hundertprozentigen Schutz vor Einbrechern.“ Er rät, im Schadensfall sofort die Polizei zu benachrichtigen und nichts am Tatort zu verändern. „  Begeben Sie sich nicht in Gefahr, versuchen Sie niemals einen mutmaßlichen Einbrecher auf frischer Tat zu stellen. Rufen sie über den Notruf 110 immer die Polizei.“

Für Ingeborg Schönhoff, die Geschäftsführerin des Regionalverbandes der Gartenfreunde Südwest-Mecklenburg e.V., gehört zur alljährlichen Winterfestmachung auch die Sicherheit der Lauben. „Jeder Kleingärtner weiß um diese Problematik. Neu-Gärtner informieren sich meist bei ihren Nachbarn, die sie beraten. Da herrscht Kameradschaft. Die Schadensmeldungen unserer 49 Vereine lassen jedoch den Schluss zu, dass Laubeneinbrüche wohl etwas in den Hintergrund geraten sind.“

Tipps der Polizei

Wie sichere ich meine Wohnung, mein Haus, um vor einem Einbruch weitestgehend geschützt zu sein?

Einen optimalen Schutz erhalten Sie durch ein aufeinander abgestimmtes Zusammenwirken von mechanischer und elektronischer Sicherungstechnik, sicherheitsbewusstem Verhalten sowie einer aufmerksamen Nachbarschaft. Das richtige sicherheitsbewusste Verhalten kostet kein Geld:  Wenn Sie Ihr Haus verlassen – auch nur für kurze Zeit – schließen Sie unbedingt Ihre Haustür ab!

Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster. Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen. Einbrecher finden jedes Versteck. Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus.

Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück! Informieren Sie bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei! Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit bspw. in sozialen Netzwerken oder auf Ihrem Anrufbeantworter. Statten Sie deshalb ihre Gebäude mit einem stabilen und soliden Grundschutz aus. Lagern sie keine Gegenstände von Wert im Garten- oder Bootshaus. Insbesondere auf Unterhaltungselektronik, teure Werkzeuge und Bootsmotoren haben es Diebe häufig abgesehen.

  • Demontieren sie Satellitenantennen, kennzeichnen sie Werkzeuge und Geräte und notieren sie vorhandene Seriennummern.
  • Kisten, Leitern und Mülltonnen könnten als Steighilfe dienen, schließen sie diese deshalb weg.
  • Verstecken sie keine Zweitschlüssel in Blumentöpfen, unter Fußmatten u.a.
  • Überprüfen sie ihren Garten bzw. ihren Bootsschuppen auch in den Wintermonaten regelmäßig. Nehmen sie diesbezüglich auch Kontakt mit ihrem Vereinsvorstand auf, um bestenfalls gemeinsame Kontrollgänge zu unternehmen.

Weitere Informationen zum Thema „Schutz vor Einbrechern“ finden sich auch im Internet unter www.polizei-beratung.de

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erstellt am 27.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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