zur Navigation springen

Hagenow/Karft : Konsequenzen nach Müll auf dem Feld

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Plastikteile in Gärresten: Lagerbehälter in Biogasanlage sind zu reinigen / Folienreste auf Ackerland werden aufgesammelt

Nach der Verschmutzung von Ackerflächen in der Schaalseeregion mit schnipselgroßen Plastikteilen   haben  die zuständigen Behörden  Konsequenzen gezogen und Auflagen erteilt. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Verunreinigung von Flächen mit Kunststoffteilen sind die Areale kontrolliert und der  Verursacher schnell ermittelt worden, wie der Sprecher des Schweriner Landwirtschaftsministeriums, Constantin Marquardt, auf SVZ-Anfrage mitteilte. Die auch von der Firma betriebene Biogasanlage und die dazugehörigen Lagerbehälter, aus denen die mit Kunststoffanteilen verunreinigten Gärreste auf die Äcker gelangten, wurden seinen Angaben zufolge diversen amtlichen Kontrollen unter anderem sowohl nach Dünge-  als auch nach Tierseuchen- und Hygienerecht unterzogen.  Die Überprüfungen hätten ergeben,  dass der Anteil von Fremdbestandteilen in einigen Proben den zulässigen Grenzwert der Düngemittelverordnung von 0,5 Prozent Trockenmasse überschritten hat. Die Lagerbehälter wurden  daraufhin laut Marquardt gesperrt und werden erst nach einer vollständigen Reinigung wieder frei gegeben. Darüber hinaus sei  die Futternutzung auf etwa  170 Hektar  Grünland durch Sperrverfügung nach Futtermittelrecht solange untersagt,  bis die Folienreste entfernt sind und die Flächen nach einer  Kontrollbegehung wieder frei gegeben werden können.   Weitere Sanktionen seien  abhängig vom Ergebnis  gegenwärtig noch laufender Untersuchungen, erklärte Marquardt.

Die Gärreste waren vor dem 15. November auf Felder nahe Bentin, Karft und Drönnewitz ausgebracht, die darin enthaltenden Plastikteile von Lebensmittelverpackungen Anfang Dezember entdeckt worden. 

Die Gärreste kamen aus der Biogasanlage in Karft, die unter anderem  Abfälle aus der Lebensmittelindustrie verarbeitet. Bei dem Vorfall mit dem Müll waren die Speisereste nicht vollständig entpackt, so dass Teile des Verpackungsmaterials mit in die Anlage gelangten. „Der Betreiber hat unabhängig davon, was angeliefert wird und womit die Biogasanlage `gefüttert wird, dafür Sorge zu tragen, dass das Endprodukt frei von Fremdstoffen  ist“, hieß es aus dem Agrarministerium.

Der Betreiber des Bio-Kraftwerks hat bereits  Fehler bei der Ein- und Ausgangskontrolle der aufbereiteten Lebensmittel und der Gärreste eingeräumt.   Künftig sollen keine  Speisereste einer Zulieferfirma aus Ludwigsfelde mehr  in der Biogasanlage eingesetzt werden, die vertraglichen Beziehungen wurden beendet. 

Es sollen nur noch  Rückstände von Fettabscheidern verarbeitet werden, teilte die Geschäftsführung mit. Die noch in der Anlage befindlichen Reststoffe sollen separiert und die Feststoffe in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt werden.  (SVZ berichtete).

Die Lagerbehältnisse seien bereits zu 70 Prozent gereinigt, der Anlagenteil, in der sich Plastikschnipsel befanden,  werde ebenfalls gesäubert, sagte ein Sprecher. Derzeit sei man dabei, die Folienreste von den  Ackerflächen abzusammeln.

 

zur Startseite

von
erstellt am 26.Mär.2015 | 14:57 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen