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Hagenower Kreisblatt

26. April 2017 | 09:56 Uhr

Lübtheen : Jetzt sind die Jüngeren am Zug

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Führungswechsel bei der Lübtheener Ortshandwerkerschaft nach 27 Jahren: Werner Habicht übergibt Führung nach Wahl an Bert Compas

Es war ein gut vorbereiteter Wechsel, der da im Stammhaus der Firma „Straßer“ über die Bühne ging. Die kleine aber feine Lübtheener Ortshandwerkerschaft hat sich nach monatelangen Vorbereitungen und vielen Gesprächen neu erfunden und für die kommenden Jahre gut aufgestellt. Der bisherige Vorsitzende, Werner Habicht, übergab am Ende freudestrahlend symbolisch das Glöckchen mit der Verantwortung an Bert Compas. Der kann sich auf den zweiten Vorsitzenden Volker Schweidt und damit auf viel Erfahrung stützen. Dazu kommen als Kassenwart Sebastian Zücker, als Schriftführerin Karen Vogel. Komplettiert wird der Vorstand durch den Messeverantwortlichen Marcel Jürß und Udo Wulf.

Die neue Truppe hat gar nicht vor, alles in dem kleinen Team von 20 Mitgliedern und elf Ehrenmitstreitern zu ändern. Dennoch soll und könnte einiges anders werden in dem kleinen Lobbyverein. Vor allem will sich die Mannschaft öffnen, neue Mitglieder gewinnen, stärker werden. Bert Compas will dann auch in den vielen Ortsteilen Lübtheens aktiver werden. Denn das Handwerkerpotential im Lübtheener Raum ist doch deutlich größer als es die gegenwärtige Mitgliederzahl ausdrückt.

„Die Hilfsbereitschaft unter den Handwerkern zu fördern und auszubauen. Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Handwerker neu zu wecken und durch regelmäßige Handwerkerfeste mit Leben zu erfüllen“, hatte es vor 27 Jahren im Gründungsdokument des Vereins geheißen. Da stand auch drin, die „gemeinsamen handwerklichen Interessen zu fördern und den Gemeingeist zu alter Tradition und altem Ansehen zu führen.“ Es sind die Ziele der frühen Nachwendezeit, als sich überall die Handwerksbetriebe von der Last der DDR-Zeit befreien mussten. Fast drei Jahrzehnte danach ist diese Mission längst erfüllt. Doch nun müssen sich die meist kleinen Handwerksbetriebe nicht mehr mit den Kombinaten oder irgendwelchen Parteifunktionären auseinandersetzen. Ihre Gegner heißen jetzt Großhandelsketten, Discounter und Internet. Da kann bei aller Unterschiedlichkeit der Gewerke ein enger Zusammenhalt nicht schaden. Und der soll nicht nur auf Lübtheen beschränkt bleiben. Ein enger Kontakt zur Handwerkerschaft in Hagenow wird so auch angestrebt.

Das bisherige Aushängeschild des Vereins war die Messe der Griesen Gegend. Diese Tradition wird und soll bleiben. Zwar wäre der Begriff Volksfest sicher passender, aber die Messe war in den vergangenen Jahren stets auch Spiegelbild und Werbung für die kleinen örtlichen Betriebe in der Griesen Gegend.

Das alles findet in nach wie vor sehr schwieriger wirtschaftlicher Lage statt. Daraus machte Bürgermeisterin Ute Lindenau, Ehrengast des Abends, keinen Hehl. Trotz des beachtlichen Erfolges, den beispielsweise die Firma Brüggen derzeit an den Tag lege, bleibe Lübtheen strukturschwach und verfüge nur über wenige Einnahmen. Das begrenze natürlich auch die Möglichkeiten der Stadt, Dinge zu bewegen.

Umso besser ist es natürlich, wenn es Mitstreiter in der örtlichen Handwerkerschaft gibt, die mitmachen. Und so spielte die wieder anstehende Messe am 1. Mai eine wichtige Rolle. „Wichtig ist, dass sich jeder vernünftig anmeldet, damit geplant werden kann. Manche, die lange dabei sind, nehmen das als zu selbstverständlich hin, mahnte Werner Habicht in einer seiner letzten Amtshandlungen.

Bei den Gründen für den Rückzug verwies er auf sein Alter und die Notwendigkeit eines reibungslosen Überganges. Und er lobte besonders seinen Stellvertreter Volker Schweidt, der ja im Vorstand bleibe und ohne den er vieles selbst nicht hätte leisten können.

Die Wahl der Kandidaten für den neuen Vorstand erfolgte übrigens einstimmig, wie auch die spätere Wahl des Vorsitzenden. Der kann sich für die nahe Zukunft auch so etwas wie einen Handwerkerstammtisch der Region einmal im Monat vorstellen.

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erstellt am 21.Mär.2017 | 12:00 Uhr

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