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Hagenower Kreisblatt

08. Dezember 2016 | 15:21 Uhr

Wittenburg : „Hummel“ soll zur Mühle zurück

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Stadtvertretung Wittenburg beschloss einstimmig Eilantrag für Fördermittel, um für die Z 37 Cmelak neue Überdachung zu bauen

Sie war zu DDR-Zeiten  das einmotorige Arbeitstier der Lüfte, die qietschgelbe tschechoslowakische Z-37  „Cmelak“, was übersetzt „Hummel“  bedeutet. Seit 2006 steht ein ausgemustertes Exemplar dieses Himmelsstürmers mit seinem Neun-Zylinder-Sternmotor unter dem stählernen Gebäude des Alpincenters.

„Eigentlich sollte das nur  für fünf Jahre sein. Daraus sind jetzt zehn geworden. Deshalb haben wir den Antrag an die Stadt Wittenburg gestellt, dass der Agrarflieger auf seinen angestammten Platz im  Mühlengelände gebracht werden soll. Dort ist er noch zu DDR-Zeiten gegenüber der Mühle zuletzt gelandet, bevor sein Motor untauglich gemacht wurde“, erinnert sich Martin Zecher als Vorsitzender des Förderkreises Mühle Wittenburg e. V.. Das Flugzeug sei damals bereits ein Ausstellungsstück  des dort angesiedelten Agrar- und Forstmuseums gewesen. „Wir als Verein, also unsere 30 Mitglieder,  wollen nicht, dass die ,Hummel’ weiter vergammelt. Sie wäre für das Mühlengelände eine große Attraktion.“

1983 sei  auf dem Mühlengelände das Agrar- und Forstmuseum eingerichtet worden, berichtet auch Norbert Fenske, der zweite Vorsitzende, auf SVZ-Nachfrage. „Soweit ich weiß, wurde das damals durch den Rat des Kreises Hagenow initiiert. Die Mühle war  bereits in das Eigentum der Stadt Wittenburg übernommen, und in der Zeit wurde auch das niedersächsische Bauernhaus, die heutige Gaststätte, von der Elbe hierher umgesetzt. In diesem Zeitraum muss auch das Flugzeug hier hergekommen sein.“ Dass es nach seiner kostenfreien Restaurierung  durch die Berufsfortbildungswerk GmbH vor sechs Jahren nicht wieder auf das Mühlengelände gekommen sei, habe man damals bei der Stadt   mit finanziellen Engpässen, Dem-Nicht-Garantieren-Können einer ordnungsgemäßen Absicherung gegen Witterung und Vandalismus begründet.„Die Stadt wollte über einen Standortwechsel erst nachdenken, wenn sich ihre Finanzsituation geändert habe.“ Das scheint nun der Fall zu sein. Denn auf der jüngsten Stadtvertretung wurde von den Mandatsträgern einstimmig ein Eilantrag verabschiedet, der eine Beantragung von Fördermitteln für eine  Überdachung der „Hummel“ auf dem Mühlengelände möglich machen könnte. Von den geschätzten 56 000 Euro für diese Investition könnten 80 Prozent aus der öffentlichen Hand gefördert werden.

Einer, dem das Wohl dieser Agrarflugzeuge sehr am Herzen liegt, ist Wilfried Mielke. Der 66-Jährige Fluglehrer und Ex-Agrarflieger  hat  von 1978 bis 1992 eine solche „Hummel“ bedient. „Die Maschinen flogen bis 140 Stundenkilometer schnell. Sie waren also recht langsam. Ihre Höchstgeschwindigkeit lag bei  160 km/h. Sie waren sehr zuverlässig, obwohl ihre Wartung als sehr intensiv galt. Vereinzelt sind sie sogar heute noch im Einsatz, in Torgau zum Beispiel“, berichtet der Luftfahrtfan, der auf dem Flugplatz Wismar arbeitet.

Z-37  Cmelak

Das tschechoslowakische Flugzeug  Z-37 Cmelak (bedeutet  Hummel) ist ein Spezialflugzeug für die Landwirtschaft. Anders als in der westeuropäischen Landwirtschaft wurden und werden in Ländern mit ausgedehnten, zusammenhängenden Anbauflächen und Kolchosenkultur in großem Umfang Flugzeuge zur Aussaat, zur Düngung und Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Die Entwicklung des Landwirtschaftsflugzeugs begann 1961 : Die Z-37 besitzt gute Start- und Landeeigenschaften, bietet eine gute Sicht nach unten, ist leicht zu steuern und zu warten und mit niedriger Arbeitsgeschwindigkeit zu fliegen. Darüber hinaus ist der Flieger  mit Spezialvorrichtungen für die Ausbringung und Verteilung von Saatgut und Chemikalien ausgestattet.

Quelle: Deutsches Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik

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erstellt am 10.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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