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Hagenower Kreisblatt

03. Dezember 2016 | 05:41 Uhr

Jagd des Hubertusorden : Großes Halali in Schildfeld

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Der österreichische Hubertusorden lud zum sechsten Mal zur internationalen Jagd im Forstamt ein. Orden nimmt noch immer keine Frauen auf

150 Wildtiere lagen am Ende dieser Jagd am Freitag auf dem Hof des Forstamtes Schildfeld. Der österreichische Hubertusorden hatte  das sechste Mal zu seiner internationalen Jagd hierher eingeladen.  30 Jäger kamen  über den Orden aus Österreich, der Schweiz, Belgien, Holland, Ungarn und Deutschland. Forstamtsleiter Jörg Stübe, seit drei Jahren Mitglied  im Hubertusorden, hatte zusätzlich 40 Jäger aus der Region zu diesem Jagdevent gebeten - so kam es, dass auch drei Frauen daran teilnahmen. Denn der 1695 gegründete Hubertusorden nimmt noch immer keine Frauen auf. Dabei war eine Frau sogar Jagdleiterin dieses Tages, Försterin Evelin Derchow hatte den Hut auf. 

 „Frauen sind oft die besonneren Jäger“, meint sie, „die sind ja     meist ein bisschen vorsichtiger.“ Die Jagdleiterin war sehr zufrieden mit dem Ablauf dieses Jagdtages. „Das hat alles gut geklappt. 150 erlegte Tiere sind schon sehr viel. Sonst haben wir gut 100, aber durch den heftigen Schneefall vor zwei Wochen war überall  das Gras und Schilf niedergedrückt und die Wildtiere konnten sich nicht so gut verstecken.“

Tochter Andrea Schulz (33), seit drei Jahren Jägerin, freute sich am Freitag über ihr erstes Wildschwein, das sie geschossen hatte. „Vier bis fünf Stück Reh- und Damwild jage ich so pro Jahr. Aber Schwarzwild ist schwieriger zu erlegen, weil es fast nie stehen bleibt“, erklärte die Hamburgerin.

Förster Mirko Hübner hatte sogar fünf Wildschweine und ein Damwild zur Strecke gebracht.

Lutz Krüger, der Große Offizier im Kapitel und damit zweiter Mann im österreichischen Hubertusorden, dankte „allen Männern und Frauen, die diese Jagd in absoluter Vollendung vorbereitet haben.“

Bei der Ansitz- und Drückjagd werden Treiber eingesetzt, die zusammen mit Hunden  die Wildtiere aufscheuchen. Die Jäger sitzen oder stehen auf einem Jagdstand. „Die Devise unseres Ordens ist, den Schöpfer im Geschöpf zu ehren“, erklärte Krüger im Gespräch mit der SVZ. „Wir jagen unter der Beachtung von Respekt, Fürsorge und Verantwortung gegenüber den Wildtieren und der Natur.“ Nach Schildfeld kommen er und seine Ordensbrüder so gern, weil hier durch den Mischwald der Wildbestand vielfältig ist, die Reviere gut gepflegt werden und weil hier noch nach den alten Regeln gejagt werde. „Aber vor allem kommen wir wegen der besonderen Menschen hierher“, erklärte der Österreicher, der eigentlich aus dem Wendland kommt und dessen Schwiegereltern in Parchim leben.

„Die Vorbereitung der Jagd ist inzwischen Routine“, erzählte Försterin Meike Hellwig, in deren Revier die diesjährige Jagd stattfand. „Eigentlich schade“, sagt die Jägerin, die seit 1982  auf der  Pirsch ist, zu dem Ausschluss der Jägerinnen durch den Hubertusorden, „da geht ihnen viel verloren. Frauen jagen sehr waidgerecht.“  Sie selbst arbeitet gern mit Hunden und macht die Nachsuche einer Jagd, wenn nach angeschossenen Tieren gesucht wird, damit sie sich nicht lange quälen.

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erstellt am 28.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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