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Hagenower Kreisblatt

05. Dezember 2016 | 15:29 Uhr

Rassetaubenschau Redefin : Fünf Tage hinter Gittern

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Erfolg in der Taubenzucht hängt zum großen Teil von der Tagesform der Tiere ab: Sind sie zu müde oder gestresst, gibt es keine Titel

Manchmal sind sie müde, unruhig oder gestresst. Dann klappt einfach nichts so, wie es soll. „Es hängt auch immer ein bisschen am Glück“, sagt Detlef Schuldt. Wenn eine Taube nicht die nötige Kondition oder Tagesform hat, steht sie nicht aufrecht vor dem Preisrichter und erhält damit auch keinen Titel. Doch der Zarrentiner hat Glück. Bei der 24. Westmecklenburger Rassetaubenschau  in  Redefin holt eines seiner Tiere das Siegel „vorzüglich“ – die höchste Auszeichnung, die ein Züchter auf einer solchen Schau erhalten kann.

Sein halbes Leben musste Detlef Schuldt auf solche Momente warten. Zuvor sei  nie die nötige Zeit für dieses Hobby gewesen. Doch dafür lebt der pensionierte Bundespolizist es jetzt voll und ganz aus. Und das mit so viel Elan und Ehrgeiz, dass er sich  im letzten Jahr den Deutschen Meistertitel schnappte. „Ich hatte ein Tier eingebracht, bei dem ich nie damit gerechnet hätte“, sagt er. Aber das junge Weibchen habe alle drei Tage „gut gestanden“ und am Ende den Championstitel geholt.

Fünf Tage sitzen die Tauben bei so einem Wettbewerb oder einer Schau im Durchschnitt im Käfig. Nicht selten seien sie irgendwann müde und weniger gut konditioniert, sagt Detlef Schuldt. Einige verlieren auch an Gewicht. Deshalb gelte auch immer die Regel, vier Wochen Ruhepause bis zur nächsten Ausstellung, damit sich die Vögel erholen können.

Etwa 100 Tauben hält der Zarrentiner Züchter. Mit Vorliebe für die Rasse Deutsche Modeneser Schietti. Und mit diesen Tieren mischt er auch ganz oben im Landesverband mit.

 So wie Holger Gülck. Er lebt in Schleswig-Holstein, fühlt sich aber sehr wohl im Rassetauben-Club Westmecklenburg. Seit 2001 ist er dort Mitglied. Lange spekulierte er damals, ob er wieder mit diesem Hobby anfangen sollte. Denn ihm fehlte der Platz. Doch er fand einen Ort und hält heute 200 Tauben. Für ihn sei es einfach der perfekte Ausgleich zur Arbeit. Aber „man muss es im Blut haben“, sagt Holger Gülck. Zudem koste das Hobby viel Zeit und Geld.

„Man arbeitet schon drauf hin“Gemeinsam mit dem Zarrentiner Detlef Schuldt ist er gleichzeitig im Sonderverein Bezirk Nord-Ost Mitglied. Dort gehe es noch mehr um Qualität in der Zucht, sagt Detlef Schuldt. Man lerne andere Züchter kennen, tausche sich aus. Alles für die möglichst perfekte Rassetaube. „Man arbeitet schon drauf hin“, sagt Holger Gülck zum Thema Titel und Prämien. Auch er erhielt am Sonnabend ein „Vorzüglich“ für einen Altholländischen weißen Tümmler mit Federn an den Füßen. Und auch ein Deutscher Meistertitel steht schon bei ihm Zuhause. Doch auch wenn man darauf hinzüchte – letztlich hänge alles auch von der Tagesform des Tieres und dem nötigen bisschen Glück ab.

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erstellt am 07.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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