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Hagenower Kreisblatt

28. September 2016 | 02:03 Uhr

Hagenow : Friedhof-Diebstahl ist kein Einzelfall

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Schalen, Blumen, Deko – Langfinger treiben Unwesen auf Hagenows Ruhestätte. Die Häufung von Delikten nicht bekannt. Die Polizei geht von Dunkelziffer aus

Marianne Maxion kann eigentlich nur noch mit dem Kopf schütteln. Für die Hagenowerin ist es unbegreiflich, wie jemand so etwas tun kann. Und vor allem: Warum? Erst vergangenen Mittwoch wurde das Grab ihres Mannes erneut geplündert. „Es wurden zwei Blumensträuße einfach mitgenommen. Die Vasen mit dem Wasser haben sie da gelassen“, erzählt die 60-Jährige.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Langfinger an diesem Grab vergangen haben. Erst im August haben Unbekannte eine von ihr neu bepflanze Blumenschale mitgenommen. „Sie wurde durch eine alte mit ganz anderen Blumen ausgetauscht“, so die Hagenowerin.  Mittlerweile hätten sich schon mehrere Friedhofsgänger gemeldet, denen auch etwas geklaut wurde. „Bei einem Grab im Mittelweg wurde auch die Blumenschale ausgetauscht.“ Bei anderen fehlen die Laternen oder der Grabschmuck. „Wir sind auch schon über den Friedhof gegangen und haben geschaut, ob die Schale irgendwo zu finden ist. Aber  wir haben  nichts gesehen.“

Die Friedhofsverwaltung  sei über diese Vorgänge informiert, sagt Sylvia Hermann von der Verwaltung.  „Wir können den Friedhof aber leider nicht rund um die Uhr überwachen. Wir haben so viele Gräber“, so Hermann weiter. Die vier Mitarbeiter auf dem Friedhof seien in der letzten Zeit  bei ihrer Arbeit besonders wachsam unterwegs gewesen. „Aber bei über 5000 Gräbern ist das schwierig.“ Der Friedhof ist ein öffentlicher Bereich, auf den jeder Zutritt hat. Sylvia Hermann rate  jedem dazu, Anzeige zu erstatten, wenn etwas gestohlen oder zerstört wurde. „Und wir appellieren an die Täter, wie pietätlos das ist.“

Häufungen von Diebstählen auf Friedhöfen  wurden von der Polizei nicht festgestellt. Man gehe aber davon aus, dass es auch hier eine Dunkelziffer gebe, wie Polizeisprecher Klaus Wiechmann mitteilt. Vereinzelt gebe  es Fälle, in denen Gräber verwüstet worden seien. Auch Metalldiebe treiben ihr Unwesen auf Friedhöfen und seien auf die Grabumrundungen aus.  Wiechmann rät in jedem Fall zur Anzeige. „Auch einem Blumenstrauß-Dieb können wir das Handwerk legen. Wir müssen es nur wissen“, so der Polizeibeamte. Man sollte diese Fälle öffentlich machen, damit  die Polizei  bei einer Häufung der Vorfälle gezielt Maßnahmen ergreifen kann. „Wir können dann eine Streife verstärkt dorthin führen.“ Es sei möglich, Anzeige schriftlich oder auch  im Internet unter www.polizei.mvnet.de zu erstatten.

Marianne Maxion hofft, dass diesem Spuk auf dem Friedhof endlich ein Ende bereitet wird.  „Jedes Mal   muss ich darauf gefasst sein, das wieder etwas passiert ist“, sagt die Hagenowerin niedergeschlagen.  Das soll sich wieder ändern.

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erstellt am 19.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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