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Hagenower Kreisblatt

08. Dezember 2016 | 08:59 Uhr

Zeetze : Feuchttücher als „Pumpenkiller“

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Moderner Hygieneartikel verursacht Verstopfung von Abwasser-Pumpwerken

So ein kleiner Baby-Popo ist schnell gewischt. Ein, zwei oder drei Feuchttücher und alles ist wieder sauber, Klodeckel auf und weg damit.

Doch dann fangen die Probleme erst an. Diese modernen Hygieneartikel bestehen aus einem Polyester-Viskosegemisch oder aus Fasern, die mit Kunstharzen gefestigt sind. Sie sollen ja reißfest sein, damit nichts daneben geht. Was aus Sicht des Verbrauchers wünschenswert ist, ist aus Sicht der Abwasserverbände ein großes Ärgernis. Denn diese langen und verfilzten Stränge aus Feuchttüchern verstopfen die Pumpen und bringen sie irgendwann zum Stillstand. „Alles, was durch die Öffnung einer Toilette passt, haben wir schon im Abwasser gefunden“, so Steffen Thiel von der Abwasseranlage der Gemeinde Amt Neuhaus in Zeetze. „Diese Dinge werden dann von einem Rechen aus dem Rohabwasser entfernt und sind dann sogenanntes Rechengut, das in einen Abfallcontainer fällt und von der Müllabfuhr entsorgt wird.“ Die Feuchttücher jedoch würden nicht zerreißen, würden sich verfilzen, sich um die Laufräder wickeln und die Pumpen verstopfen.


Pumpen können Tücher nicht zerreißen


Alles, was so im Klo landet, läuft über eine Freigefälle-Leitung von den Gebäuden zu den Pumpwerken in den Ortschaften. Bei einem bestimmten Füllstand fangen die Pumpen an zu fördern und zerkleinern dabei die Inhaltsstoffe. Steht das Pumpwerk nun still, müssen die Pumpen hochgezogen werden, die Laufräder werden gereinigt und wieder eingesetzt. Das bedeutet einen Mehraufwand und damit natürlich auch Mehrkosten. In den verschiedenen Ortschaften gibt es insgesamt rund 70 Pumpwerke. Das ein Pumpwerk nicht mehr arbeitet, passiert immer schubweise, manchmal mehrmals hintereinander. „Wir fahren manche Pumpwerke schon vorbeugend an“ erläutert Steffen Thiel. Das aus dieser Misere zu ziehende Fazit lautet demnach: Feuchttücher gehören eindeutig in den Mülleimer und nicht ins Klo (ebenso wie Windeln, Einlagen, Damenbinden und ähnliche Hygieneartikel).

Nun ist das Problem kein spezifisches Neuhauser Problem, sondern alle Abwasserverbände in ganz Deutschland kämpfen damit.

Steffen Thiel hat einen Flyer entworfen, der darüber aufklärt und demnächst an alle Ortsvorsteher verteilt wird. „Ich erhoffe mir, dass über die Aufklärung eine Verhaltensänderung bewirkt werden kann, denn es ist sicher auch nicht im Interesse der Bürger, dass durch die unsachgemäße Entsorgung Mehrkosten anfallen, die dann alle tragen müssen.“

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erstellt am 01.Dez.2016 | 12:00 Uhr

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