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Hagenower Kreisblatt

26. September 2016 | 12:28 Uhr

Zarrentin : Ende der Kaiserbahn ist besiegelt

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Eigentümer Planungsverband will die defizitäre Strecke zwischen Hagenow-Land und Zarrentin stilllegen oder verkaufen

Ein Stück Eisenbahn in  Westmecklenburg  wird  beerdigt. Der Planungsverband des TGG Valluhn-Gallin hat als Eigentümer einstimmig beschlossen, die eingleisige Strecke zwischen Hagenow-Land und Zarrentin abzugeben oder stillzulegen. Hauptgrund ist das Defizit, das der  Verband einfährt. Das beträgt pro Jahr etwa 80 000 Euro. Bis auf ein paar Düngerzüge und wenige Spezialtransporte für die Sanierung der A 24 in Schleswig-Holstein fährt zwischen Hagenow-Stadt und Zarrentin nichts mehr.  Dennoch müssen Signale gewartet werden, Weichen gepflegt, die Strecke in  Bereitschaft gehalten werden. Und das kostet. Zu viel fand jetzt der Planungsverband, der die Strecke 2004 kaufte. Nicht ganz freiwillig wie Klaus-Dieter Müller, der als Bürgermeister von Gallin seit Jahren im Planungsverband eine wichtige Rolle spielt. „Zum einen war der Kauf der Strecke eine Auflage aus der Genehmigung des Megaparkes, zum anderen gab es immer wieder Signale von Firmen, die über einen Gleisanschluss nachdachten.“ Doch es wurde nie etwas aus den geplanten Anschlüssen, sämtliche Firmen, zu denen z. B. Tchibo gehörte, setzten doch lieber auf die Lkw-Anbindung.

Und es gab noch einen zweiten Traum, der den Glauben an die alte Strecke von 1870 aufrecht erhielt. Der Traum vom Lückenschluss zwischen Zarrentin in Mecklenburg und Hollenbek in Schleswig-Holstein. Noch vor wenigen Monaten unternahm der Verband einen letzten, vergeblichen  Anlauf bei den Ministerien, ob die Lücke von gut sieben Kilometern geschlossen werden könnte.

Nun soll abgewicktelt werden. Das Verfahren, so betonte es Dirk Schiewer als Geschäftsführer des Planungsverbandes, sei noch nicht klar und werde in enger Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium entwickelt. Klar ist, auch der gerade erst für sieben Millionen Euro komplett sanierte Abschnitt zwischen  Hagenow-Stadt und Hagenow-Land ist betroffen und mit ihm die Odeg-Züge und die Beschäftigten am Bahnhof-Stadt. Würde die Strecke geschlossen, verlöre die Südbahn ein weiteres Stück. Doch da gibt es noch das Problem des Anschlussgleises der Bundesbahn. Das muss, so sehen es die Regeln vor, in jedem Fall für die Verladung der schweren Technik erreichbar blieben. Gut möglich, dass später wieder die Deutsche Bahn dieses Stück unterhalten muss. Möglich ist aber auch, dass sich ein Käufer für die ganze Strecke oder Teilbereiche findet.

Beim Planungsverband rechnet man mit einem langwierigen Verfahren.

 

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erstellt am 11.Dez.2014 | 16:40 Uhr

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