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Hagenower Kreisblatt

03. Dezember 2016 | 05:40 Uhr

Region Hagenow : Der nicht vorhergesagte Winter

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Dauerschneefall, nicht geräumte Straßen, Schneebruch von Bäumen, Autos mit Sommerreifen führten am Dienstag zu chaotischen Zuständen

Gestern früh kurz vor Uhr auf der B 5 zwischen Vellahn und Pritzier. Unter den Schneelast bricht plötzlich ein großer Ast zusammen, kracht auf die Straße und schlägt auf einen Pkw Mercedes auf, trifft die Motorhaube einer A-Klasse. Die 26-jährige Fahrerin hat Glück, sie bleibt unverletzt. Der Schaden liegt bei 3000 Euro. Wenige Minuten später auf der gleichen Strecke in Gegenrichtung. Plötzlich lösen sich Ast und Schneebrett und fallen auf die Front eines Transporters. Dessen Scheibe wird beschädigt. Zwei Beweise dafür, dass der so nicht vorhergesagte Wintereinbruch auch gestern noch seine Gefahren hatte.


Gestern morgen beruhigte sich die Lage


Zu dem Zeitpunkt hatte sich das Geschehen auf den Straßen in der Region jedoch schon eingespielt. Der Winterdienst, der noch am Dienstag Nachmittag in vielen Bereichen des Altkreises Hagenow offenkundig völlig überfordert war, funktionierte, die Fahrer hatten ihre Fahrweise angepasst. Die Busbetriebe VLP berichteten gestern auf Nachfrage von etwa zehn Verspätungen, die es vor allem im Boizenburger Bereich und in der Teldau gegeben habe. Ansonsten sei der morgendliche Betrieb reibungslos gelaufen. Geschäftsführer Stefan Lösel bestätigte, dass ausnahmslos alle VLP-Busse mit Winterreifen auf den Antriebsrädern fahren.

Das traf für viele Lkw und aber auch Pkw am Dienstag nicht zu, etliche rutschten mit ihren Sommerreifen gefährlich durch die Gegend. Das wird sich für viele auch in den kommenden Tagen nicht ändern. Denn aktuell ist es äußert schwierig bis fast aussichtslos, in den Werkstätten der Region noch einen schnellen Reifentermin zu bekommen.

Robert Wellenbrock, von der gleichnamigen Firma aus Wittenburg berichtete von Wartezeiten von bis zu zwei Wochen, mit denen Neukunden rechnen müssten. Nur Stammkunden hätten momentan die Möglichkeit, eher ihre Reifen zu wechseln.

Bei den Werkstätten des in der Region bekannten Autohändlers Adolf Schütt sieht es nicht viel anders aus. Auch hier waren gestern neue Termine erst ab 25. oder 26. November zu bekommen.

Die Aussagen gleichen sich anderswo, obwohl viele seit Oktober Sonderschichten in Sachen Reifen fuhren, reichen die Kapazitäten nicht aus. Zumal nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre die alte Regel „O bis 0; Ostern bis Oktober für Sommerreifen nicht mehr galt.


Leser berichteten von einigen Stromausfällen


Zu den Begleiterscheinungen des Wintereinbruchs gehörten nach SVZ-Informationen auch vereinzelte Stromausfälle. Netzbetreiber Wemag wusste gestern nur von Ausfällen im Gadebuscher Bereich zu berichten. Nach Leserinformationen gab es aber auch Stromausfälle am Nachmittag im Vellahner Bereich sowie in Quassel bei Lübtheen. „Der größte Teil der Störungen wurde durch herabfallende Äste und umgebrochene Bäume verursacht. Zum Teil sind die Reparaturarbeiten schwierig, insbesondere dort, wo aufgrund der schweren Schneelast der teils noch belaubten Bäume weitere Gefahren durch abbrechende Äste oder umstürzende Bäume drohen“, hieß es von der Wemag.


Schwere Unfälle mit Beteiligung von Lkw


Am schlimmsten wirkten sich am Dienstag vor allem die schweren Unfälle aus, oft waren Lkw beteiligt. So am Dienstag gegen 18.15 Uhr in Lübtheen. Dort verlor ein 37- jähriger Lkw-Fahrer auf winterglatter Fahrbahn die Kontrolle über sein Gespann und rutschte in einer Linkskurve in den Straßengraben. Der Fahrer kam leicht verletzt ins Krankenhaus nach Hagenow, seine Beifahrerin blieb unverletzt.

Der Lkw und sein Anhänger mussten geborgen werden. Dies dauerte bis etwa 1 Uhr nachts. Der Sachschaden wird hier auf 20 000 Euro geschätzt, schrieb die Polizei. Schlimm war auch ein Unfall auf der Landesstraße zwischen Wittenburg und Hagenow. Dazu heißt es im Polizeibericht:

Gegen 15 Uhr befuhr ein 58 Jahre alter Fahrer eines Pkw KIA die Landstraße 04 in Richtung Wittenburg. In Höhe der Abfahrt nach Helm musste er verkehrsbedingt anhalten. Die hinter ihm fahrende 58 Jahre alte Wittenburgerin erkannte dies zu spät und fuhr mit ihrem Opel auf. Durch den Aufprall wurde der KIA auf die Gegenfahrbahn geschleudert und stieß dort mit einem Pkw Hyundai im Gegenverkehr zusammen. Verletzt wurde hierbei niemand. Der Sachschaden wurde auf ca. 18 000 Euro geschätzt.

Bei Perdöhl kam etwa zeitgleich ein Holzlaster von der Fahrbahn an. Die Wittenburger Wehr sicherte das Fahrzeug mit den Kameraden aus Lehsen vor dem Umfallen.

Die Feuerwehrleute aus dem Vellahner Bereich kamen am Dienstag und Mittwoch auf 14 Einsätze. Immer ging es dabei um umgefallene Bäume oder Äste, die zersägt und weggeräumt werden mussten.

Der Wintereinbruch war räumlich eng begrenzt. Ab der Linie Kummer-Wöbbelin fiel bis gestern wenig oder gar kein Schnee.




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erstellt am 09.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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