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Hagenower Kreisblatt

28. Juni 2016 | 18:49 Uhr

Boizenburg : Der Geschichte auf der Spur

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Heimathistoriker Uwe Wieben arbeitet an einem Buch über Persönlichkeiten der Region / Projekt soll 2015 abgeschlossen sein

Heimathistoriker Dr. Uwe Wieben hat sich einem neuen Projekt verschrieben: Noch in diesem Jahr will er ein Buch fertigstellen, das 50 Persönlichkeiten aus Boizenburg und der Region näher vorstellt. Der Band soll aber auch Erlebnisse aus seiner Arbeit für das Museum sowie autobiografische Bezüge beinhalten. Der Autor mehrerer Publikationen unter anderem zur Stadtgeschichte Boizenburgs konnte für das aktuelle Vorhaben vor allem auf sein Fachwissen und eigene Veröffentlichungen zurückgreifen. Für manches Kapitel musste er dank weiterer Hinweise auch neu recherchieren.

„Für mich ist das Ganze eine Bilanz langjähriger Beschäftigung mit der Boizenburger Geschichte und der Historie der Region“, sagt der 67-Jährige. „Das geht nun schon über Jahrzehnte. Mich interessieren ohnehin Persönlichkeiten mit all ihren Schicksalen, Niederlagen und Höhepunkten. Wenn man auf die 70 zugeht, kann man auch schon mal schauen, was man alles so entdeckt hat“, beschreibt Wieben seine Motivation für das Projekt.

„Von den 50 geplanten Beiträgen sind aktuell 30 fertig“, erzählt er weiter. „Das werden pro Person jeweils etwa fünf Seiten, mal mehr, mal weniger. Ein Porträtfoto und eine Kurzbiografie werden die einzelnen Kapitel ergänzen.“

Platz in dem neuen Buch nehmen zum einen Personen mit einem historischen Bezug zur Stadt ein, wie beispielsweise der friesische Diplomat Foppe van Aitzema (1580-1637), der während des 30-jährigen Krieges zwischen den verfeindeten Herzögen der Stadt Hamburg und von Braunschweig-Lüneburg vermittelte. Zu diesem Kreis von Menschen gehören auch der Reichstagsabgeordnete Eduard Alexander (1881-1945), Hermann Burmeister (1849-1935) der 40 Jahre lang Bürgermeister in Boizenburg war, oder der Boizenburger Schulrektor Ludwig Reinhard (1805-1877), dessen Name eine Schule und eine Straße tragen.

Zu den geschichtsträchtigen Personen aus dem Umland der Stadt zählen unter anderem Carl Peters (1856-1918) aus Neuhaus, der an der Unterwerfung Ostafrikas für den deutschen Kaiser gewaltsam beteiligt war, wie Uwe Wieben berichtet. Zudem werden Kapitel in dem Buch dem Diplomaten und Widerstandskämpfer Albrecht von Bernstorff (1890-1945) aus Stintenburg, dem Händelforscher Friedrich Crysander (1826-1901) aus Lübtheen sowie dem Kunsthistoriker August Schmarsow (1853-1936) aus Schildfeld gewidmet.

Für einige Beiträge konnte Wieben fünf Gastautoren gewinnen, darunter auch Mitglieder des Vereins der Boizenburger Museumsfreunde wie Karl-Heinz Niemann und Erika Will. Einen Gastbeitrag liefert zudem Ellen Plöttner, die über den Architekten Erich Bentrup (1891-1968) schreibt, der für das Landratsamtgebäude in Hagenow und die Kulturanlage Mestlin verantwortlich zeichnet.

Im Buch will Wieben darüber hinaus über Begegnungen mit für ihn interessanten Menschen in Boizenburg berichten. „Sachen, die mir ewig in Erinnerung bleiben, die man im Kopf behält“, sagt er. So schwärmt er heute noch von einer Veranstaltung nach der Wende mit der Hamburger Publizistin Marion Gräfin Dönhoff (1909-2002). Zur Sprache kommen soll ebenso der Auftritt des Berliner Wirtschaftshistorikers Jürgen Kuczynski (1904-1997), der vor 1989 während der Museumswoche einen Vortrag hielt.

Eine persönliche Note sollen die Kapitel von Menschen bekommen, denen Wieben viel zu verdanken hat. Dazu zählen nach seinen Angaben aus der Boizenburger Schulzeit der Musik- und Kunsterzieher Johannes Schulz (1906-1982), auf dessen Anraten er später in Leipzig Kunsterziehung und Geschichte studierte, oder der Leipziger Regionalhistoriker Karl Czok (1926-2013). „Mein großes Vorbild“, sagt Uwe Wieben. „Bei diesen Leuten bin ich mehr als nur ein sachlicher Biograf, da spielen auch Gefühle eine Rolle.“ Ihm sei es wichtig, Personen einzubetten in die jeweilige Zeit und Gegebenheiten, der Stadtgeschichte, führt der Historiker weiter aus. Und manche Geschichte müsse interessierten Bürgern erzählt werden. Dazu rechnet er auch die Begebenheiten um den russischen Zaren Peter, den Großen, der sich 1713 und 1716 in der Region aufhielt.

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erstellt am 10.Feb.2015 | 08:21 Uhr

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