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Hagenower Kreisblatt

11. Dezember 2016 | 03:11 Uhr

Schwechow : Brennerei nun auf neuen Füßen

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Obstbrand nach Verkauf an Unternehmer Frank Jehring nach schwieriger Übergangsphase in einem umkämpften Markt

Die Obstbrennerei in dem kleinen Ort zwischen Pritzier und Vellahn hat als relativ junger Exot im Markt schon immer besondere Aufmerksamkeit genossen. Das war beim aktuellen Besuch von Unternehmern der Region in Schwechow spürbar, die Beteiligung war an diesem Abend besonders hoch. Und in Ulf Quade, dem neuen Betriebsleiter der Obstbrennerei Schwechow hatten die Besucher auch einen sehr auskunftsfreudigen Gastgeber, der auf jede Frage eine Antwort hatte.

Die wichtigsten Fragen nach dem Verkauf und der aktuellen Situation des kleinen Unternehmens kamen früh. Nach Monaten der Ungewissheiten, der Gerüchte, Abwägungen und Verhandlungen ist die Brennerei nun endgültig an den Unternehmer Frank Jehring verkauft. Der 58-Jährige trägt damit als Inhaber die alleinige Verantwortung für das kleine Unternehmen mit den hochprozentigen Produkten.

Frank Jehring ist den meisten aus der Region eher als langjähriger Chef und Betriebsleiter der „riha Wesergold“ in Dodow, als aktives Mitglied des Lions Clubs, als bekennender Liberaler und als engagierter Kämpfer für die Belange der Lebensmittelindustrie bekannt. Doch hinter den Kulissen hatte er schon immer ein besonderes Auge auf die exklusive „Schnapsbude“, auch schon in der vergangenen Jahren als Geschäftsführer.

Der bisherige Besitzer der Schwechower Brennerei, Richard Hartinger, Gründer und Eigentümer der „riha Wesergold Gruppe“ hatte schon vor Monaten angekündigt, sich von seinem Lieblingsprojekt, der Brennerei für Obstbrände, trennen zu wollen. Das ist inzwischen vollzogen, und Schwechow muss sich nun ohne den bisherigen Rückhalt der riha-Gruppe im Markt behaupten. Zusätzlich gab es dann auch noch einen Wechsel beim fast alles entscheidenden Posten in der Firma, den des Brenners. Schließlich wurde mit Benjamin Schlüter ein neuer Brenner für seinen Vorgänger Benny Klohr gefunden. Der 30-Jährige hatte vor Jahren die Ausbildung zum Brenner gemacht, war aber als Fruchtsafttechniker in Dodow angestellt. Als die Stelle in Schwechow vakant wurde, kam es dann zum Wechsel. Auch Ulf Quade, ein gebürtiger Stralsunder mit Erfahrungen in eigenem Unternehmen, ist neu an Bord. Und zusammen will die kleine Truppe, zu der auch seit langem die Mitarbeiter Liane Klein, Sieglinde Fenske, Silvia Pekrul und Martina Brandt gehören, die Obstbrandmarke mit den vielen Geschmacksrichtungen im Markt vorwärts bringen. Erste Ansprechpartner sind und bleiben dabei die Gastronomen im Lande. Denn der Schwechower Brand soll im oberen Preissegment angesiedelt bleiben und nicht im Einzelhandel massenhaft verramscht werden. Doch es gibt auch Kontakte mit ausgesuchten Einzelhändlern in der Region, die die Produkte bereits anbieten. Zentrale Anlaufstelle bleibt auch der Hofladen in Schwechow, der direkt neben der Brennerei liegt. Quade verwandte in seinen Vorträgen viel Zeit darauf, seinen neugierigen Gästen den Aufwand zu erläutern, der nach wie vor betrieben wird, um aus den jeweiligen Maischen den richtigen Brand zu gewinnen. Besonders aufwändig ist auch die Etikettierung der kleinen Flaschen, hier gibt es inzwischen eine Kooperation mit dem Lebenshilfewerk Hagenow.

Für die kleine Brennerei kommt es gerade im kommenden Jahr darauf an, ihren guten Ruf als Exot aus Mecklenburg im Markt auch weiterhin zu beweisen. Nicht nur Betriebsleiter Quade ist dafür fast täglich im ganzen Norden unterwegs.

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erstellt am 25.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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