zur Navigation springen

Güstrower Anzeiger

08. Dezember 2016 | 10:50 Uhr

Sportförderung in Güstrow : Zoff um Sportlertreff des GSC

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadt will weiter für Jahnstadion Betriebskostenzuschuss zahlen, stellt aber Bedingungen.

Mehr Geld aus dem städtischen Haushalt will der Güstrower SC 09 (GSC) für die Bewirtschaftung des Jahnstadions. Darüber zu befinden hat die Stadtvertretung, die diese Woche am Donnerstag tagt.

Zur Erinnerung: 2012 übernahm der GSC von der Stadt das Sportgelände an der Bleicherstraße. Im Gegenzug stellte die Stadt die kommunalen Komplementärmittel für den Bau eines Kunstrasenplatzes auf dem Areal bereit. Zugleich wurde vereinbart, dass die Stadt dem Verein einen jährlichen Zuschuss zu den Betriebskosten in Höhe von 55  200 Euro überweist. Die erste, auf fünf Jahre angelegte Förderperiode endet mit diesem Dezember.

Doch das Geld reiche nicht aus, um Strom, Wasser, Kraftstoff, Platzwart, notwendige laufende Reparaturen … zu bezahlen, schrieb GSC-Vorsitzender Torsten Renz dem Bürgermeister schon vor anderthalb Jahren. Neben der grundsätzlichen Bitte, den Zuschuss um weitere fünf Jahre zu verlängern, wäre eine Aufstockung auf jährlich 60  000 Euro aus Sicht des Vereins „wünschenswert“, so Renz. Der GSC-Chef, der (noch bis übermorgen) zugleich auch Stadtpräsident ist, unterlegt das Ansinnen mit einer Auflistung der Betriebskosten für das Gelände Jahnstadion. Demnach schlügen dem GSC alljährliche Defizite im Bereich von 809 Euro (2014) bis 8324 Euro (2015) zu Buche. Die große Differenz ergäbe sich, weil nicht jedes Jahr alle Kosten, etwa für Reparaturen, anfielen.

Grundsätzlich, so die Tendenz bei den Beratungen in den Ausschüssen, will die Stadt dem GSC weiterhin einen Zuschuss in nennenswerter Größe beisteuern. Auch besteht Konsens, dass der wohl höher ausfallen müsse. Auf 57  500 Euro wird seitens der Verwaltung der Zuschussbedarf ab 2017 beziffert. Falls doch mehr benötigt wird, dürfe das jährlich 60  000 Euro nicht übersteigen, so der Beschlussantrag. Damit ist in der Vorlage ein Puffer eingebaut, an dem sich Stadt und GSC je zur Hälfte beteiligen sollen. Konkret: Steigt der Bedarf über die 57  500 Euro, trägt die Stadt die Hälfte des Überbedarfs. Sinken die Kosten unter 55  000 Euro, muss der GSC von dieser Differenz die Hälfte zurückzahlen. Damit, so die Hoffnung, gebe es einen Anreiz für den GSC, selbst zur Abmilderung seines Bedarfs beizutragen.

Einen Streitpunkt jedoch stellt der Sportlertreff dar. Den Aufenthaltsraum, in dem zu Spielterminen und gelegentlich auch zu Trainingszeiten für Europreise Bier, Bockwurst und Kaffee ausgeschenkt wird, betreibt ein Tochterunternehmen des GSC, die Grüngold Service GmbH. Die wird von der Stadtverwaltung und auch von manchem Stadtvertreter beargwöhnt, vermietet sie doch den Raum auch für private Gelegenheiten, etwa Familienfeiern. Detaillierte Finanzen dieses Geschäftsgebarens wollen Verein und GmbH nicht offen legen. „Jeder kann sich im Bundesanzeiger über offene Zahlen informieren“, sagt Geschäftsführer Thoralf Stindl zu dem Thema nur. Als „Daumenschrauben“ schlägt das zuständige Amt nun vor, die für den ganzen Gebäudekomplex nachgewiesenen Betriebskosten pauschal um 20 Prozent zu kürzen, und damit auch den Zuschuss. Das entspricht der Größenrelation des Sportlertreffs zum gesamten Gebäude am Stadioneingang.

Torsten Renz (CDU) wird dagegen votieren. „Alle wollen, dass der Sport im Jahnstadion und das dazugehörige Drumherum funktioniert. Wer meint, dass er sich mit dem Sportlertreff eine goldene Nase verdienen kann, darf das gerne machen“, sagt der GSC-Vorsitzende. Zig Anläufe habe man in den vergangenen Jahren unternommen, dass der Sportlertreff endlich ins Laufen kommt, erinnert Renz. „Die Einnahmen brauchen wir, um den laufenden Betrieb zu erhalten. Das ist schwierig genug.“

zur Startseite

von
erstellt am 18.Okt.2016 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen