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Güstrower Anzeiger

19. Januar 2017 | 05:23 Uhr

Kunst am alten Hafen : Zeitreise von analog zu digital

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower Textilreinigung zeigt Ausstellung „Kunst am alten Hafen“: experimentelle Fotografie von Güstrower Schülern.

Zu den zahlreichen Möglichkeiten, in Güstrow Ausstellungen zu besuchen, hat sich seit vergangenem Jahr eine weitere gesellt: In der Textilreinigung in der Speicherstraße sind zurzeit künstlerische Arbeiten Güstrower Gymnasiasten zu sehen. Es ist die dritte Ausstellung, die in dem seit 2012 an diesem Standort ansässigen Unternehmen unter dem Motto „Kunst am alten Hafen“ gezeigt wird.

Auf den Auftakt mit Fotos vom Werdegang einer Güstrower Klasse, die die ehemalige Lehrerin und Fotografin Barbara Seemann über Jahrzehnte begleitete, folgte eine Personalausstellung mit Arbeiten von Andreas Tessenow. Der Pädagoge und Künstler war es auch, der Michael Trost, Geschäftsführer der Textileinigung Güstrow, die dritte Ausstellung ans Herz legte. „Ich habe Arbeiten von Schülern, die ich zwischen 1991 und 2014 am Gymnasium am Distelberg, dem Ernst-Barlach-Gymnasium und dem John-Brinckman-Gymnasium in Kunsterziehung unterrichtet habe, gesammelt und den Schülern damals versprochen, dass ich davon eine Ausstellung gestalten werde. Nun bin ich sehr froh, dass ich dieses Versprechen einlösen kann“, sagt Tessenow.

Schüler suchten Herausforderungen

Unter dem Thema „experimentelle Fotografie“ entstanden Fotogramme, Fotoradierungen, Luminogramme, Fotosequenzen, Fotocollagen und Selbstinszenierungen, die dem Arbeitsbereich der Medienkunst zuzuordnen sind. Tessenow berichtet von der Aufbruchphase, die speziell in den 1990er-Jahren den Kunstunterricht erfasst hatte. „Die Schüler waren es, die neue Herausforderungen suchen und vieles ausprobieren wollten“, erinnert er sich. Hinzu kam, dass Uwe Seemann 1997 das Fotolabor der Pädagogischen Hochschule auflöste und Geräte und Materialien den Gymnasiasten zur Verfügung stellte.

Während also Schüler aus drei Güstrower Gymnasien ausstellen, ist die Schau zugleich eine Zeitreise von der analogen zur digitalen Fotografie. Als „roter Faden“ zieht sich dabei ein „dadaistischer Ansatz“ durch das Gros der etwa 200 Arbeiten. Geht man durch die Ausstellung, sieht man Werke von Schülern, die ihren Weg gegangen sind: Jessy Wellmer beispielsweise, die eine bekannte Sportmoderatorin geworden ist, Björn Eric Dargus, der als Architekt in Rostock arbeitet, Nicole Lindemann, die als Designerin in Texas lebt, oder Dr. Kathrin Grams, geborene Bubber, die im Kultusministerium von MV tätig ist.

Michael Trost will nicht von einer Galerie sprechen, versichert aber, die Reihe der Ausstellungen fortzusetzen. Inzwischen hat der Geschäftsführer 100 Wechselrahmen angeschafft, die Künstler für Ausstellungen nutzen können. Und auch Besucher stellen sich ein. „Anfangs waren es unsere Mitarbeiter und Kunden, die sich die Exponate angesehen haben. Nach Berichten in den Medien kamen Gruppen ganz zielgerichtet zu uns und eine Kunsterzieherin hat in unserem Schulungsraum sogar zwei Klassen unterrichtet“, berichtet er. Außerdem habe man sich sehr schnell an die Kunst gewöhnt. „Als wir die Ausstellungen wechselten, fiel uns in den Tagen auf, wie kahl unsere Wände doch ohne die Werke sind“, schmunzelt er.

Die Ausstellung mit den Arbeiten der Gymnasiasten ist noch bis zum 19. Mai zu den Geschäftszeiten der Güstrower Textilreinigung – Montag bis Freitag 6 bis 18 Uhr, Sonnabend von 9 bis 12 Uhr – zu sehen. Am 27. Januar wird es eine Midissage mit Rundgang und Gesprächen geben.

In der vierten Ausstellung wird der Bützower Künstler Frank Chlouba ab 26. Mai sein Schaffen präsentieren, danach werden Werke der Teterower Anja und Manfred – Tochter und Vater – Brachmann gezeigt. Auch Andreas Tessenow wird noch einmal seinen Fundus sichten. „Ich habe Schülerarbeiten aus Malerei, Grafik und Plastik vom Anfang der 1980er-Jahre bis 2014 gesammelt. Dabei sind tolle Sachen“, verspricht er.  

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