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Güstrower Anzeiger

07. Dezember 2016 | 13:32 Uhr

Laage und der Fluglärm : Weniger Flüge, weniger Klagen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Jahrestagung der Lärmschutzkommission auf dem Fliegerhorst in Laage: Maßnahmen für Lärmverminderung greifen offenbar.

Mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen im vergangenen und dieses Jahr hat das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ zu einer Verminderung der Belastungen durch militärischen Fluglärm beigetragen. Die wirksamsten fasste Oberstleutnant Gero von Fritschen, der seit Juli den in Laage-Kronskamp stationierten Verband führt, beim jährlichen Treff der Fluglärmkommission gestern zusammen: Überschallflüge über Rostock sind ausgesetzt, keine Nachtflüge von Mitte April bis Mitte September, Rücksichtnahme auf Beerdigungen soweit möglich, Reduzierung des Flugbetriebs in den Sommerferien, Überflug der Küstenlinie in mindestens 1000 Metern. Zudem wären Vermessungsflüge der Eurofighter, mit hoher Geschwindigkeit vorbei am Tower und in der Vergangenheit häufiger Beschwerdegrund, nur noch in deutlich geringerem Maße nötig.

Fast folgerichtig ist die Zahl von Bürgerbeschwerden in Sachen Fluglärm aus einem 25-Kilometer-Radius rund um Laage zurückgegangen. 38 Beschwerden von 20 Bürgern seien 2016 bisher bei der Flugbetriebs- und Informationszentrale der Bundeswehr eingegangen, zählte Major Sascha Greuel von der dem Verteidigungsministerium unterstellten Einrichtung auf. Nicht unterschieden werde dabei, ob es sich um militärische oder zivile Flüge handelt. Doch wenngleich die Zivilfliegerei zwischen zwei Drittel und drei Viertel der gesamten Fliegerei am Standort Laage ausmache, sei man sich doch einig, dass der Lärmschwerpunkt eher bei den Kampfjets liegt. Zum Vergleich: 27 Bürger beklagten sich in 53 Fällen im vergangenen Jahr, 2014 hatten noch 50 Bürger 76 Beschwerden vorgetragen. Um die Dimension einzuordnen: Bundesweit hätten 2015 das kostenlose Bürgertelefon (0800    8620730) beziehungsweise das schriftliche Beschwerdekonto (fliz@bundeswehr.org) 3696 Eingaben erfasst. Greuel: „Für einen militärischen Flugplatz mit vergleichbaren Luftfahrzeugmustern hat Laage eine sehr geringe Beschwerdelage.“

Zudem dürfte die Flug-Statistik dem Steinhoff-Geschwader zu einer vom Kommodore weiter erhofften, höheren Akzeptanz in der Bevölkerung verhelfen. Zum Jahresabschluss werde das Geschwader auf rund 3500 Flugstunden kommen, sagte Oberstleutnant von Fritschen, 2017 werde es nicht mehr. Die Zahl der militärischen Flüge in Kronskamp sinkt seit einigen Jahren sogar leicht: von 3251 im Jahr 2014 auf 3225 in 2015 auf in diesem Jahr prognostizierten 3214. Im kommenden Jahr sollen Piloten des Laager Geschwaders von ihrem Heimatplatz aus gar nur 3108 Flüge absolvieren. Dies wird jedoch an einer vierwöchigen Komplettverlegung nach Holzdorf südlich von Berlin liegen. Der Grund: eine Sanierung der Startbahn im April/Mai.

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erstellt am 10.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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