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Güstrower Anzeiger

09. Dezember 2016 | 22:19 Uhr

Touristinformation Krakow am See : Was kann die Touristinformation?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Aufgabenstellung für Krakower Haus Markt 21 soll neu ausgearbeitet werden. Für 2018 Ausschreibung geplant.

Wie geht es weiter mit der Krakower Touristinformation? Diese Frage beschäftigt Politik und Wirtschaft des Luftkurortes nicht das erste Mal. Erst vor fünf Jahren hatte die Stadt den Anlaufpunkt für Touristen und Einheimische aus ihrer direkten Verantwortung herausgelöst, was für die Konsolidierung des defizitären städtischen Haushalts als unerlässlich angesehen worden war. Die kommunale Wohnungsgesellschaft Wokra bekam die Aufgaben mehr oder weniger aufs Auge gedrückt. Der Umzug kurz darauf in einen Neubau an anderer Ecke des Marktes gehörte zum neuen Konzept, mietfreie Nutzung inklusive plus ein städtischer Zuschuss von jährlich 20  000 Euro.

Das Grundproblem, die Einnahme- und Ausgabenseite der Information anzunähern, blieb ein Wunschtraum. Und wird für die Wokra zum Alptraum, was die Geschäftsführung der Stadt schon vor über einem Jahr deutlich signalisiert hat. 76  000 Euro Verluste fuhr die Wokra im vergangenen Jahr mit diesem für die Gesellschaft artfremden Geschäft ein. Dies vermochte die Stadt 2015 mit einem weiteren, einmaligen Zuschuss von 45  000 Euro noch halbwegs abzufedern. Was bleibt, ist eine unzureichende Einnahmesituation seitens der Touristinformation. Auch dieses Jahr rechnet die Wokra mit 70  000 Euro Miese. Daran vermochte auch die überarbeitete Kurabgabensatzung nichts zu ändern. Zumal statt dem durch die Wokra als notwendig erachteten Betrag von 2 Euro nur ein Tarif von 1,50 Euro pro Tag und Person politisch durchsetzbar war.

Schlussfolgernd empfiehlt der Hauptausschuss, die Aufgabenübertragung der Information mit der Wokra für 2017 so auszuhandeln, dass die Einrichtung kostendeckend wirtschaften kann. An den Prämissen Mietfreiheit und jährlicher Grundzuschuss solle dabei nicht gerüttelt werden. Und ab 1. Januar 2018 solle die Krakower Touristinformation ausgeschrieben werden. So oder so: Befürchtet wird in der Stadt, dass die Information ihre Leistungen erheblich einschränken müsste.

Eine kostendeckend arbeitende Touristinformation allerdings sei, entgegnet Christoph Küsters (Die Linke), nicht mehr als ein „frommer Wunsch“. In der ganzen Bundesrepublik dürfte es „vielleicht zwei oder drei“ geben, die das könnten, wisse er. Für Bürgermeister Wolfgang Geistert (SPD) bleibt ergo die Frage: „Was für eine Touristinformation können wir uns leisten?“. Das ist die Frage nach der Qualität, nach Öffnungszeiten, Angeboten… Drei unterschiedliche Modelle soll der Bürgermeister deshalb nun mit der Wokra für das kommende Jahr aushandeln, beschlossen die Stadtvertreter schließlich in namentlicher Abstimmung. Lediglich Lucia Dirks (CDU) war dagegen. Bei der Absicht, die Information ab 2018 auszuschreiben, bleibt es, auch hier (Michael Altmann/SPD) bei nur einer Gegenstimme.

Vor diesem Hintergrund erscheint selbst eine Rücknahme der Information durch die Stadt als denkbare Option. Um die Unterhaltung einer Touristinformation im Markt 21 bis zum Jahr 2037 kommt die Stadt jedenfalls nicht herum: So lange gilt für die geförderte Immobilie eine Zweck-Bindefrist.

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erstellt am 08.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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