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Güstrower Anzeiger

10. Dezember 2016 | 13:50 Uhr

Tierrettung in Güstrow : Waldkauz aus Ofenrohr befreit

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Tier eingeklemmt in Kamin bei Raphaela Rolfs in Neu Sammit. Eulenexperte ist sofort zur Stelle.

Ungewöhnliche Rettungsaktion in Neu Sammit: So etwas hat Raphaela Rolfs noch nie erlebt. Als sie am Montag mit ihrem Mann nach einem einwöchigen Urlaub nach Hause kam, hörte sie plötzlich „Stimmen“. Der Nachbar hatte freundlicherweise schon den Kamin eingeheizt. Und genau von dort kamen die Geräusche. „Ich meinte zunächst, mich verhört zu haben. Als ich immer wieder die Geräusche hörte, holte ich meinen Mann dazu, um mich zu vergewissern. Gemeinsam gingen wir auf Suche“, berichtet Raphaela Rolfs. Die Laute kamen von hinter der Revisionsklappe des Kamins. „Nun holten wir schnell den Nachbarn mit dem passenden Werkzeug. Als er die Klappe vorsichtig öffnete, entdeckten wir zu unserem Erstaunen einen Waldkauz, der eingeklemmt im Ofenrohr hockte und jammerte“, schildert Raphaela Rolfs den ungewöhnlichen Vorfall.

Sofort leitete Raphaela Rolfs die Rettungsaktion ein, da sie den Kauz selbst nicht befreien konnten. „Bei der 110 sagte mit der Polizist, ich solle die Feuerwehr anrufen. Aber auch dort herrschte Ratlosigkeit. Man versicherte mir Hilfe zu suchen. Dann fiel uns der Leiter des Karower Meilers ein. Eine Telefonnummer war zum Glück zur Hand. Auf dem AB schilderten wir unser Problem und er teilte uns mit, dass er einen Eulenspezialisten in Dobbertin kennt“, erzählt sie.

Um „Freilassung“ gebettelt und geweint

Trotz des Feiertages konnte Raphaela Rolfs Edgar Schippan, den Eulenspezialisten, gleich erreichen und er kam sofort nach Neu Sammit gefahren. Ganz vorsichtig befreite er den armen Vogel aus seiner Zwangslage. „Waldkauze bevorzugen Rohrenhöhlen“, erklärte er, warum das Tier im Ofenrohr gesteckt hatte. „In meiner langen Erfahrung mit Eulen habe ich noch nicht erlebt, dass ein Kauz so um seine ,Freilassung’ gebettelt und geweint hat. Auch als er frei war, hat er nicht gekratzt oder gehackt. Er war nur froh, aus der Wärme und dem engen Loch herauszukommen“, sagt Edgar Schippan.

Der Kauz war nicht gerade klein. Nachdem Schippan ihn untersucht hatte und keine Schäden feststellen konnte, entließ er ihn in die Nacht. „Wenig später hörte ich den Kauz im nahen Wald rufen“, sagt Raphaela Rolfs. „Als nächstes muss der Schornstein gesichert werden, nicht dass ich noch einmal ,Stimmen’ höre.“

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erstellt am 02.Nov.2016 | 06:25 Uhr

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