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Güstrower Anzeiger

09. Dezember 2016 | 01:04 Uhr

SVZ-Wochenend-Interview : Vom Schweinezüchter zum Pastor

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

20 Fragen an Mitchell Grell: Der gebürtige Amerikaner ist seit September neuer Pastor der Pfarrkirchengemeinde Güstrow.

Mitchell Scott Grell, geboren am 11. Juli 1958 in Cherokee, Iowa, in den USA, ist seit September der neue Pastor der Pfarrkirchengemeinde Güstrow. Er löste den langjährigen Pastor Matthias Ortmann ab. Aufgewachsen ist Grell auf der Farm seiner Familie unweit des Dorfes Holstein in Iowa. Als junger Mann kam Grell nach Deutschland und studierte evangelische Theologie an der Universität Tübingen, wo er 1992 zum Doktor der Theologie promoviert wurde. Seit 1992 lebt er in Mecklenburg. Sein Vikariat machte er in Boizenburg, wo er auch seine Frau Dörte kennenlernte und heiratete. Danach war er Pastor in Benthen bei Lübz. In dieser Zeit wurden die beiden Kinder Johannes und Mareike geboren. Danach war Grell 13 Jahre lang der „Inselpastor“ auf Poel und von 2013 bis 2015 Reformationsbeauftragter in Mecklenburg-Vorpommern. Bevor er nach Güstrow wechselte betreute er noch die Kirchengemeinde Dabel.


Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Mein Lieblingsplatz ist der Ort, wo ich mich gerade mit einem guten Freund aufhalte und unterhalte. Wenn die Landschaft oder der Raum dann auch schön ist – umso besser!

Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?

Ich würde versuchen, alte leerstehende Gebäude an Menschen zu verkaufen, die einen Blick fürs Schöne haben und die Gebäude entsprechend sanieren.

Wo kann man Sie am ehesten treffen?

Ich bin viel unterwegs. Wenn nicht bin ich meistens an meinem Schreibtisch.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Ich bekam mit fünf Jahren zwei kleine verwachsene Ferkel (auf Englisch „runts“), die ich aufgepäppelt, gemästet und verkauft habe. Das war mein Einstieg in die Schweinezucht und ins Geldverdienen.

Wofür haben Sie es ausgegeben?

Das Geld habe ich für Schuhe ausgegeben (ausgeben müssen!).

Was würden Sie gerne können?

Ich würde gerne gut Gitarre spielen können.

Was stört Sie an anderen?

Schauen Sie sich und hören Sie sich Donald Trump an… dann wissen Sie es!
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Über die Ausgabe von Bill Mahers „Real Time“ vom 7. Oktober.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

Ich habe im Sommer beim kleinen privaten Rockfest eines Freundes die ganze Nacht durchgemacht.
Wer ist Ihr persönlicher Held?

Meine „Helden“ sind quer durch die Bank eher „Anti-Helden“ – Menschen, die stark sind, weil sie genau das tun, was die Massen nicht begaffen und bewundern, und genau damit das tun, was Not wendet, also notwendig ist. Jesus ist in diesem Sinn für mich der Held schlechthin.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Ich lese gerade das kleine Buch von Haruki Murakami „Gefährliche Geliebte“ – die Empfehlung eines Freundes und auch empfehlenswert!

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Ich versuche jeden Abend die Tagesthemen mitzunehmen.

Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?

Mich träfe man eher bei einer Karnevalsfeier an.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Ich würde mich gerne mit einem alten Bekannten aus Studentenzeiten wiedertreffen, den ich seit Jahren nicht gesehen und auch übers Internet nicht finden kann. Das war eine interessante Person – aber eben nicht bekannt.

Wenn Sie selbst kochen: was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?

Da es mir am besten gelingt, koche ich am liebsten deutsche Gerichte.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

Immer diese Engführung und das auch noch verbunden mit Superlativen! Ich denke etwa nicht an ein Lied, sondern an eine Sinfonie: Gustav Mahlers 8. Sinfonie im Juli 1979 in „Ravinia Park“ in Chicago, und wenn an ein Lied, dann an das Kirchenlied: „Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit“ bei unserer kirchlichen Trauung.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?

Zu Besuch bei meiner Urgroßmutter reichte sie mir eine kleine Drahtzange („pliers“ auf Englisch) und sagte: „So was kann man im Leben gut gebrauchen!“ Ich war etwa fünf Jahre alt. Die Zange begleitet mich bis heute, wohin ich auch ziehe.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Bis zu meines Lebens Ende den Menschen treu und vertrauenswürdig zu sein, die mich lieben und mir vertrauen. Davon können die meisten nur träumen!

Wie gestalten Sie ihre Freizeit als Rentner?

Als Rentner? Das muss man erst werden! Wenn ich freie Zeit habe, gehe ich am liebsten mit Freunden wandern (bepackt mit topographischen Karten, Stullen und einer Thermoskanne Kaffee).

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?

Christof Munzlinger, Brigadegeneral a.D. der Bundeswehr, wohnt in der Nähe von Sternberg. Ich schlage ihn vor, weil er einfach eine interessante Persönlichkeit ist.













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