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Güstrower Anzeiger

28. September 2016 | 19:05 Uhr

Neue Rathaus-Struktur : Verwaltung an der Basis breiter

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadtentwicklungsamt und Schul- und Sozialamt sollen verschmelzen / Kein Einsparpotenzial bei Personalkosten mehr

Bürgermeister Arne Schuldt will die Güstrower Stadtverwaltung um- und neu strukturieren. Entsprechende Pläne werden im Entwurf des Doppelhaushalts 2016/17 diskutiert. Kernpunkt ist die Verschmelzung des Schulverwaltungs- und Sozialamtes mit dem Stadtentwicklungsamt. Die langjährige Leiterin des Schul- und Sozialamtes, die 64-jährige Gisela Karmann, geht im November, dann im regulären Rentenalter, in Pension. Jane Weber, Leiterin des Stadtentwicklungsamtes, übernimmt dann den Bereich von Karmann mit.

„Wir wollen vor allem die Leitungsspitze straffen und die Sachbearbeitung stärken, indem wir uns an der Basis breiter aufstellen“, formuliert der Bürgermeister seine Pläne. Durch die Auflösung einer Amtsleiterstelle gäbe es jedoch nur minimale Einsparungen im Personalbereich, da gleichzeitig in dem neu gebildeten Amt „Schule, Kita, Sport“ eine neue Abteilungsleiterstelle geschaffen werden solle. „Eine Amtsleitung weniger, eine Abteilungsleitung mehr“, bringt es Schuldt auf den Punkt. Durch die von ihm vorgeschlagene Zusammenlegung hofft Schuldt auf Vereinfachungen in der täglichen Arbeit.

Zudem soll die EDV im Rathaus, bisher eine Unterabteilung des Stadtamtes, von drei auf vier Mitarbeiter aufgestockt und in eine eigenständige Abteilung umgewandelt werden. „Immer mehr zieht dieser Bereich in unser ganzes Leben ein. So werden die Schulen weiter mit EDV ausgestattet, um die müssen wir uns kümmern“, begründet der Rathausschef den Schritt.

Eine neue Stelle ist zudem im Kita-Bereich geplant. „Wir brauchen hier dauerhaft eine Stelle mehr, aufgrund der guten Nutzung unserer Kitas“, sagt Schuldt. Derzeit werden rund 2000 Kinder in 26 Kitas bei elf Trägern versorgt. Auch zwei Stellen beim Kommunalen Ordnungs- und Sicherheitsdienst (KOSD) sind derzeit unbesetzt. „Hier fehlte bislang die Eingruppierung – ohne diese kann keine Ausschreibung erfolgen. Das soll sich jetzt ändern“, konstatiert Schuldt-Stellvertreter und 1. Stadtrat Andreas Brunotte. Weiterhin soll es der Verwaltung künftig möglich sein, flexiblere Entscheidungen bei der Auswahl der Lehrlinge und Bachelorstudierenden zu treffen. „Haben wir bislang jeweils eine Stelle für jeden Ausbildungsweg vorgehalten, soll jetzt nach Eignung entschieden werden. So können auch nur zwei Lehrlinge oder zwei Studenten eingestellt werden“, erklärt Arne Schuldt.

Bereits in den vergangenen Jahren hat die Verwaltung immer wieder Veränderungen erfahren. Von einst 18 Ämtern sind nur noch acht übrig. Mit der jetzt geplanten Zusammenlegung von Stadtentwicklungsamt sowie Schul- und Sozialamt werden es nur noch sieben sein. „Das ist für eine Stadt wie Güstrow auch angemessen“, sagt Schuldt. Dabei sieht der Bürgermeister beim Personal keine Einsparpotenziale mehr. „Wir sind an einer Grenze, weiter runter geht es nicht.“ In den vergangenen sechs Jahren seien bereits 25 Prozent Personal eingespart worden. Von 121 Mitarbeitern im Jahr 2010 schrumpfte die Kernverwaltung auf nur noch 101 Angestellte und Beamte. Weitere Einsparungen wären nur mit Leistungseinschränkungen für die Bürger verbunden. Deshalb auch sein Ansatz für den neuen Stellenplan, von 186 auf 189 (auf Vollzeit umgerechnete) Stellen der gesamten Verwaltung aufzustocken.

Dennoch machen die Personalkosten bei einem Haushaltsvolumen von 30 Millionen Euro immer noch zehn Millionen Euro aus. „Aufgrund der Tarifverhandlungen geht es zudem immer weiter nach oben“, so Schuldt. Demnächst würden wieder Verhandlungen für die Kernverwaltung stattfinden. „Und ich rechne nicht mit einer Nullrunde.“

 

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