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Güstrower Anzeiger

05. Dezember 2016 | 01:29 Uhr

Vereinsförderung in Güstrow : Vereinsförderung geliebt und ungeliebt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stadt Güstrow macht offensichtlich Unterschied zwischen Tourismusverein und GSC.

Unterscheidet die Barlachstadt zwischen geliebten und weniger geliebten Vereinen? Zwei Vorlagen, die morgen der Stadtvertretung zur Beschlussfassung auf dem Tisch liegen, könnten leicht zu diesem Schluss führen. Beide sind ähnlich gelagert, sie betreffen die Fortführung von erheblichen städtischen Zuschüssen für den Verein Güstrow Tourismus sowie für den Güstrower Sportclub (GSC).

Zur Erinnerung: Auf 57  500 Euro will die Stadt ihren jährlichen Betriebskostenzuschuss für das Jahnstadion aufstocken, bisher zahlte sie dem GSC 55  200 Euro (SVZ berichtete gestern). In die Beschlussvorlage schreibt sie jedoch eine Bedingung: Der GSC soll Einnahmen aus dem Sportlertreff offen legen, ansonsten droht eine Kappung des Zuschusses. Zweite Vorlage: Statt bisher 100  000 Euro soll der Tourismusverein künftig jährlich 140  000 Euro bekommen. Damit verbunden ist eine Aufgabenerweiterung für den Verein: Der soll neben dem Museum der Stadt, das er seit acht Jahren bewirtschaftet, künftig auch die Städtische Galerie Wollhalle betreuen; die Absicherung durch zusätzliche Arbeitskräfte erfordere die Aufstockung der Mittel (SVZ berichtete kürzlich).

Der Öffentlichkeit kaum bewusst: Auch der Tourismusverein hatte in der Vergangenheit offensichtlich Nebeneinnahmen mit den ihm zur Verfügung gestellten Räumen erzielt. Dabei hatte der Verein in der Vergangenheit entgegen dem Sinn der Vereinbarung mit der Stadt einem auswärtigen Unternehmen Räume im Museum überlassen. Bürgermeister und Stadtvertretung schauten darüber hinweg, auch Kollateralschäden für ein direkt konkurrierendes, seit Jahrzehnten in Güstrow ansässiges Unternehmen billigend in Kauf nehmend.Und anders als der GSC, der der Stadt seine Ausgaben für das Jahnstadion – ausgenommen den Sportlertreff – feinsäuberlich auflistet, legten Tourismusverein und Stadtverwaltung die Einnahmen aus besagter Bürovermietung im Museum nicht offen.

Was also vom Sportverein verlangt wird, steht beim Tourismusverein nicht zur Debatte. Eine Unterscheidung, die zu hinterfragen ist. Zumal: Beim GSC geht es um sein Eigenes, von der Stadt gepachtetes Gebäude. Der Tourismusverein dagegen hat – ohne Widerspruch von Bürgermeister oder Stadtvertretung – Räume der Stadt einfach weitervermietet. Eine Sperrklausel des Eigentümers Stadt zur Weitervermietung enthält übrigens auch die neue Vereinbarung nicht.

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erstellt am 19.Okt.2016 | 18:00 Uhr

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