zur Navigation springen

Güstrower Anzeiger

09. Dezember 2016 | 12:34 Uhr

Kunsthandwerk : Verbandelt mit Stoffen und Fäden

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Handweberin Anneli Fritzsche erlebt den Herbst und die Vorweihnachtszeit als sehr intensive Zeit.

Das Fenster im Treppenhaus ist vorweihnachtlich dekoriert. Vor der Tür tragen Kleiderpuppen Gestricktes um die Schultern. Rechts im Zimmer liegt Grünes für Adventsgestecke und -kränze. Links geht es in die Wollstube: in der Mitte ein riesiger Tisch, an den Wänden Regale voller Wolle und Garne, hier und dort von Fensterschmuck verdeckt. Von der Decke hängen fantasievolle Astgewebe – eine Spezialität von Anneli Fritzsche (69). Für die Handweberin im „Unruhestand“ ist die Vorweihnachtszeit eine sehr intensive. „Die Adventszeit ist bei allen Kunsthandwerkern die Hauptzeit, egal ob sie auf Märkte gehen oder auf Bestellung arbeiten“, fast die Güstrowerin zusammen.


Bei Tee und Gebäck in der Wollstube


Für sie beginnt die intensive Arbeitszeit schon im September. Und normalerweise, so erzählt Anneli Fritzsche, ist sie mit ihren Arbeiten am ersten Adventswochenende auf einem Markt, den die Kirchengemeinde Kavelstorf veranstaltet. Den gebe es in diesem Jahr nun nicht, was die 69-Jährige dazu veranlasste, am Sonnabend, 10 bis 15 Uhr, ihre Wollstube am Pferdemarkt 1 zu öffnen. Dabei sieht sie den Kommerz nicht an erster Stelle, sondern denkt mehr an ein gemütliches Zusammentreffen bei Tee und Gebäck. Besucher können sich auch an den großen Tisch setzen und selbst kreativ werden. Rahmen für kleine Fensterbilder liegen bereit.

„Ich liebe meinen Beruf abgöttisch“, sagt Anneli Fritzsche. Sie könne nicht davon lassen. Seit 1969 leitet sie Kurse, bringt anderen das Handweben bei. „Manchmal kommen noch Frauen aus den Anfangsjahren“, erzählt sie. Inzwischen seien es nicht mehr so viele Kurse. Hauptsächlich gehe es ums Weben, aber auch um Textilkunst insgesamt. Über die Jahre hatte die gelernte Handweberin auch Patchwork-Kurse angeboten. Das Thema aber hätte sich verlaufen.

Als Anneli Fritzsche 2010 aus der Domstraße an den Pferdemarkt zog, hat sie alle Webstühle mitgenommen. „Ich konnte mich noch nicht davon trennen“, erklärt sie. Inzwischen sei einer im Keller gelandet. Demnächst, so denkt sie, werde sie wohl einen Interessenten dafür suchen. Ihn klein hacken, das ginge gar nicht. Auch die Anzahl der Märkte habe sie auf jetzt rund zehn im Jahr beschränkt. Der Weihnachtsmarkt in Rühn am dritten Adventswochenende gehöre grundsätzlich dazu, erzählt die 69-Jährige. So will sie gar nicht davon reden, dass die Vorweihnachtszeit in Stress ausartet. Das sei nur der Fall, wenn Auftragsarbeiten fertig werden müssen. Ansonsten könne sie bei Spaziergängen in der Natur wunderbar entspannen und am Abend mit dem Strickzeug in den Händen. „Das ist die beste Feierabendbeschäftigung vor dem Fernseher – da reicht meistens auch hören“, stellt Anneli Fritzsche fest.

zur Startseite

von
erstellt am 23.Nov.2016 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen