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Güstrower Anzeiger

04. Dezember 2016 | 21:23 Uhr

Neuer Professor : Urgestein im Fachbereich Polizei

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

1992 baute Holger Roll den Fachbereich Polizei an der Güstrower Fachhochschule mit zwei weiteren Mitstreitern auf. „Wir haben die Studienordnung und das Curriculum entwickelt, hatten viele nebenamtliche Dozenten – das war schon ganz anders als heute“, erinnert sich Holger Roll. Die Dozenten kamen oft aus der Landespolizei. Der enge Kontakt zu den Beamten sei gut gewesen, sagt Roll, der aus Berlin nach MV wechselte, rückwirkend.

Der heute 54-Jährige ist studierter Diplom-Kriminalist und arbeitete bei der Kriminalpolizei in Berlin-Prenzlauer Berg. „Man hat mir dann die Möglichkeit geboten an der Humboldt-Universität zu promovieren und da war ich dann auch erstmals in die Lehre eingebunden“, berichtet Holger Roll. 1988 musste sich der Kriminalist entscheiden – Polizei oder wissenschaftliche Karriere. „Ich hatte mit meiner Dissertation schon angefangen und wollte weitermachen. Blieb also als Zivilist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität“, sagt Roll. Nach Güstrow kam er, als die Bildungseinrichtung in Berlin nach der Wende abgewickelt wurde. Inzwischen fühle sich der gebürtige Cottbuser hier angekommen und heimisch. Seine Fachgebiete sind die Kriminalistik und die Kriminologie. Gemeinsam mit Rolf Ackermann und Horst Clages verfasste Roll das „Handbuch der Kriminalistik“ – heute ein Standardwerk.

„Besonders beschäftige ich mich mit der Kriminaltaktik – hier geht es darum, effektiv bei Vernehmungen und Tatortuntersuchungen vorzugehen“, erklärt Holger Roll. Auch spezielle Bereiche der Kriminalistik, wie Brand-, Sexual- und Diebstahlsdelikte stehen bei ihm im Fokus. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören das „Brandstifter-Informations- und Analysesystem“, die Dunkelfeldstudien des Landes MV sowie der Einsatz eines Handscanners bei der Tatortarbeit. „Wir wollen damit unter Laborbedingungen testen, inwiefern man Handscanner in der Praxis anwenden und die Ergebnisse belastbar auswerten kann“, gibt Holger Roll einen Einblick in seine Arbeit.

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erstellt am 07.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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