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Güstrower Anzeiger

09. Dezember 2016 | 20:20 Uhr

SVZ-Wochenend-Interview : Unfreiwillig in Mündung geblickt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

20 Fragen an Wilfried Hahn: Der Geschäftsführer der Forstbaumschule Güstrow will sich demnächst ganz der Eisproduktion widmen.

Wilfried Hahn, 1957 in Grabow geboren, ist Geschäftsführer der Forstbaumschule Güstrow. Seit frühster Kindheit ist er mit der Jagd und dem Wald verbunden gewesen. Er studierte an der Sektion Forstwirtschaft der TU Dresden in Tharandt Forstwirtschaft. Während des Studiums heirate Wilfried Hahn seine Frau Marita. Zuerst arbeitete er als Revierförster. Mit 29 Jahren wurde er dann in die Verwaltung des Forstbetriebes Güstrow versetzt, wurde Ökonomischer Direktor und war für über 1000 Beschäftigte verantwortlich. Nach der Wende privatisierte Wilfried Hahn mit Partnern die Forstbaumschule Güstrow. Heute bewirtschaftet der Betrieb ca. 150 Hektar und führt viele Aufforstungsmaßnahmen aus. Seit 1993 ist zudem die Eisproduktion seiner Frau sein Hobby. Im Februar 2017 übergibt er nach über 26 Jahren Geschäftsführertätigkeit den Staffelstab an die jüngere Generation und widmet sich mehr diesem Hobby.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Unter einer von mir 1995 gepflanzten Douglasie in meinem „Ökogarten“ und am Sonntagvormittag auf der Terrasse unseres Eiscafés Am Berge in Güstrow oder Klueß
bevor die ersten Gäste kommen, um in Ruhe die SVZ zu lesen.

Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?

Ich finde unser Bürgermeister macht eine gute Arbeit, besonders hervorheben möchte
ich seinen Einsatz bei der Altbausanierung in Güstrow.

Wo kann man Sie am ehesten treffen?

In der Forstbaumschule und im Eiscafé.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Mit Flachsbinden (Leinen) auf der LPG.

Wofür haben Sie es ausgegeben?

Ich denke, dass ich das Geld damals angespart habe um mir ein Kofferradio zu kaufen.
Was würden Sie gerne können?

Ich würde gerne meine Englischkenntnisse vertiefen.

Was stört Sie an anderen?

Unehrlichkeit und wenn Entscheidungsträger fachlichen „Blödsinn“ durchsetzen.

Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

In der letzten Woche war ich bei einer Festveranstaltung der Gosnarer Kirche in Ranchi (Indien) an der auch der deutsche Konsul aus Kalkutta teilnahm. Als der Bischof seine Predigt hielt setzte sich ein Hund andächtig vor die Bühne und lauschte den Worten. Es war ein Bild für die Götter.

Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?

Mich zwei Wochen im Naxalitengebiet (Gebiet der Aufständischen) in den Bundesstaaten Jharkhand, Orissa und Westbengalen (Indien) aufgehalten und dabei die Erfahrung gemacht, wie es ist, in die Mündung eines Maschinengewehrs zu sehen.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Einen persönlichen Helden habe ich nicht. Für mich sind alle rechtschaffenden Menschen Helden, die auf ehrliche Weise ihre Arbeit verrichten oder Menschen helfen denen es schlechter geht.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Meistens lese ich mehrere Bücher parallel. Zurzeit lese ich „Aufenthalt“ von Hermann Kant. Und von Helmut Schmidt und Frank Sieren „Nachbar China“.

Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?

Wenn es möglich ist versuche ich das Nordmagazin und die Tagesschau zu sehen.

Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?

Für Karneval bin ich gar nicht zu haben, aber ein gutes Fußballspiel von Hansa sehe ich mir auch gerne live an.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Andrea Nahles. Ich würde Ihr gerne einmal die deutsche Ausschreibungspraxis erklären, welche Blüten sie treibt und wie die mittelständischen Betriebe damit zu kämpfen haben.
Wenn Sie selbst kochen: was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?

Das kochen überlasse ich gerne meiner Frau für meistens deutsche Gerichte.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?

Von den Pudys „Wenn ein Mensch lebt“ von 1973. Da erinnere ich mich an die 1970er-Jahre in denen ich meine Frau kennenlernte und es in der DDR ein wenig Hoffnung auf mehr Weltoffenheit gab.

An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?

An mein erstes Herrenfahrrad, welches ich von meinen Eltern bekommen habe.

Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?

Ich möchte mehr Zeit für meine Familie haben und im Sommer eine Kreuzfahrt auf der Ostsee buchen, um die Baltischen Länder zu besuchen.

Wie gestalten Sie ihre Freizeit als Rentner?

Ich werde meine Frau noch hoffentlich viele Jahre in ihrem Eiscafé unterstützen und hoffe, dass noch genügend Zeit bleibt, um zu reisen, um den Winter möglichst in wärmeren Regionen verbringen.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?

Dr. Sven Reiter. Er ist neben seiner Arbeit erfolgreich als Schriftsteller und Musiker tätig. Ich staune immer wieder, wie er dieses alles schafft.

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