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Güstrower Anzeiger

29. Mai 2016 | 07:39 Uhr

Güstrow : Über diese Brücken kannst du geh’n

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Über 85 Prozent der Brücken im Bereich des Straßenbauamtes (SBA) Güstrow, das den Landkreis Rostock und den Ex-Kreis Demmin umfasst, sind in einen sehr guten und guten Zustand. Das sagt Amtsleiter Ronald Normann.

Über diese Brücken kannst du geh’n. Aber natürlich auch fahren. Dieser Bezug zu dem Karat-Lied passt genau, denn über 85 Prozent der Brücken im Bereich des Straßenbauamtes (SBA) Güstrow, das den Landkreis Rostock und den Ex-Kreis Demmin umfasst, sind in einen sehr guten und guten Zustand. Das sagt Amtsleiter Ronald Normann. Die Behörde ist für 75 Bauwerke – das ist der Fachbegriff – auf Landesstraßen und 49 Bauwerken auf Bundesstraßen verantwortlich. 90 Prozent dieser Bauwerke sind Brücken ( siehe Infokasten).

Diese positive Bilanz konnte laut Normann erreicht werden, „weil ab 1990 kontinuierlich in den Neubau von Brücken investiert wurde“. Er nennt für Landesstraßen eine Summe von rund 40 Millionen und für Bundesstraßen von über 30 Millionen Euro. Die größten Vorhaben waren die Peenebrücke in Jarmen und die Klappbrücke in Loitz, beides 14-Millionen-Projekte.


Schwaaner Brücke größtes Vorhaben


Gegenwärtig ist die Schwaaner Brücke mit einem Investitionsaufwand von über vier Millione Euro das größte Vorhaben (SVZ berichtete). Dazu kommen jedes Jahr 300 000 Euro für die Instandsetzung.

Das Wichtigste ist für Normann, dass es nur ganz wenige Brücken – in Dargun, auf der Landesstraße 20 vor Malchin und auf der Landesstraße 10 hinter Satow – gibt, die Tonnage begrenzt sind. „Trotzdem können sie befahren werden, sind nur eingeengt. „Damit schützen wir die Brücken und gewährleisten trotzdem die Nutzung“, erläutert er. In Bützow ist der Aalfang ein Beispiel. Normann: „Ich denke, dass 2015 eine neue Brücke gebaut wird.“

Normann erklärt weiter, dass auch bei einer schlechten Note von 3,5 oder 4 eine Brücke nicht gefährdet sein muss. „Da gibt es Brücken mit einem zu niedrigen Geländer oder welche, die keinen Aufprallschutz haben“, schildert er Beispiele. Und er weist auf eine Diskrepanz zur Prioritätenliste des Landes hin. „In der steht unsere schlechteste Brücke so gut da, dass es augenblicklich keine Chancen gibt, sie zu erneuern“, liefert Normann ein weiteres Erklärstück.

Trotzdem bereiten dem Amtsleiter einige Brücken Sorgen. Dazu zählt die über die Bahnlinie Rostock-Berlin in Langhagen. Für die gibt es zwar noch keine Einschränkungen, aber Normann bezeichnet den Zustand als schlecht. „Wir sind deshalb in der Planung, müssen aber wegen des Eisenbahnkreuzungsgesetzes auch mit der Bahn verhandeln“, berichtet Normann. In zwei Jahren, kann er sich vorstellen, könnte das SBA dieses Bauwerk beginnen.

Zu allen Brücken bzw. Bauwerken gibt es ein Buch mit allen Angaben. In die arbeitet sich zur Zeit Brückenprüfer Jörg Waitschies ein. Seit Juli ist der Güstrower im SBA Güstrow. Er wechselte vom SBA Schwerin in seine Heimatstadt. In Schwerin war er seit 2007 der Brückenprüfer. „Dafür muss man konstruktiven Ingenieurbau studiert haben, Zertifikate erwerben und ein Programmsystem beherrschen“, erläutert er den beruflichen Werdegang für diese Tätigkeit. Gestern prüfte er z.B. Brücken in Stavenhagen und Altentreptow. Außerdem bereitet er die Bauwerksprüfung 2015 vor. Denn bei Brücken gibt es einen Prüfungszyklus. Ronald Normann: „Einmal jährlich schauen wir sie uns an. Alle fünf Jahre ist eine Hauptprüfung. In diesem Zeitraum gibt es noch eine Zwischenprüfung, so dass wir die Bauwerke unter ständiger Kontrolle haben.“ Dadurch könne es nicht passieren, dass das Amt von großen Veränderungen überrascht werde, betont er. Das beste Beispiel der vergangenen Zeit war die Brücke Plaaz. In dem Spannbetonbau rostete der Spann-Stahl. Das zwang das SBA zum Handeln und zum Neubau der Brücke.


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erstellt am 24.Jul.2014 | 06:00 Uhr

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