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Güstrower Anzeiger

27. August 2016 | 03:15 Uhr

Güstrow : Über den Tellerrand gekocht

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Einheimische kochen mit Asylbewerbern aus Güstrow im Haus am Teich in Groß Grabow / Interkultureller Austausch am Herd

Zusammen kochen, zusammen essen, zusammen lachen, zusammen sein – das ist das Anliegen von Rüdiger Wolf. Deshalb lud der Inhaber des Hauses am Teich, dem Kulturhaus in Groß Grabow, am Sonnabend Deutsche und Asylbewerber aus den Flüchtlingsheimen in Güstrow ein, um „über den Tellerrand zu kochen“, wie er sich ausdrückte. Acht Flüchtlinge aus dem Irak und dem Iran, der Ukraine und Tschetschenien kochten gemeinsam mit Einheimischen ein leckeres, typisches Gericht aus ihrem Heimatland. Mehr als 50 Teilnehmer wollten sich diesen kulinarischen Austausch nicht entgehen lassen und waren begeistert. „Es war einfach nur klasse. Wir sind mit den Flüchtlingen ins Gespräch gekommen und vor allem hat es allen geschmeckt. Das schreit nach einer Wiederholung“, freute sich Rüdiger Wolf.

Gemeinsam kochen, um Vorurteile gegenüber Flüchtlingen abzubauen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Von diesem Grundsatz ist auch Doreen Rüter, Leiterin der Kita in Groß Grabow, überzeugt, die mit ihre Tochter und ihrem Mann dabei war. „Über den Tellerrand zu gucken und zu kochen, das ist wirklich eine wichtige, interkulturelle Geste“, sagte sie während sie mit der Ukrainerin Natalia Finenko süße und herzhafte Teigtaschen zubereitete. Und auch Magija Bajaliewa aus Tschetschenien freute sich, den Deutschen zu zeigen, wie man Galubci zubereitet, ein Hackfleischgericht mit Kohl. „Dieses gemeinsame Kochen ist ein großes Vergnügen“, sagte sie.

„Ich wollte eine Gelegenheit schaffen, in der wir zwanglos, direkt und persönlich Flüchtlinge kennen lernen, gemeinsam etwas schaffen und genießen und nebenbei unsere brennendsten Fragen loswerden können“, sagt Rüdiger Wolf. „Es ist besser, in den Dialog zu gehen, anstatt althergebrachten Vorurteilen anzuhängen. Lernen wir die Menschen hinter dem Etikett ,Asylbewerber’ kennen.“

Als „gegenseitige Bereicherung“ sieht auch der Krakower Frank Eilrich das Kochen über den Tellerrand. Gemeinsam mit der Perserin Marieh Kaabdollah und Krakows Bürgermeister Wolfgang Geistert, der für das Kartoffelschälen zuständig war, kochte er ein persisches Nationalgericht. „Besser kann man nicht mit Flüchtlingen in Kontakt kommen“, ist Frank Eilrich überzeugt.  

 

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erstellt am 22.Feb.2015 | 21:30 Uhr

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