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Güstrower Anzeiger

07. Dezember 2016 | 21:21 Uhr

Güstrower Pastor : „Trump ist eine Katastrophe für mein Heimatland“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrows Pastor Mitchell Grell, gebürtiger Amerikaner, blickt nach der US-Wahl pessimistisch in die Zukunft.

Donald Trump zieht ins Weiße Haus ein. Sein Sieg schockt viele, auch Güstrows bekanntesten Amerikaner. Im großen SVZ-Interview antwortete Mitchell Grell, Pastor der Güstrower Pfarrgemeinde, vor kurzem auf die Frage „Was stört Sie an anderen“: „Schauen Sie sich und hören Sie sich Donald Trump an – dann wissen Sie es!“ Gestern ist seine Horrorvision wahr geworden und der gebürtige Amerikaner nimmt kein Blatt vor den Mund.

„Ist das wirklich noch mein Heimatland? Gerade habe ich nicht das Gefühl“, sagte der Geistliche gestern in Güstrow, als der Wahlsieg von Trump feststand. Geboren 1958 in Cherokee, Iowa, in den USA, stammt Grell aus einer Region, die stark republikanisch geprägt ist. Der Bundesstaat Iowa ist an Trump gegangen. Doch Grells Familie und er selbst waren schon immer Anhänger der Demokratischen Partei. Grell, seit September neuer Pastor der Pfarrgemeinde und Nachfolger von Matthias Ortmann, ist überzeugt, dass diese Wahl die Welt verändern wird. „Ich bin erstaunt mit welcher Gelassenheit viele Deutsche dieses Wahlergebnis sehen. Das beeinflusst uns direkt“, sagt der Amerikaner, der seit 1992 in Mecklenburg lebt. Der Güstrower Pastor blickt äußerst pessimistisch und düster in die Zukunft.


„Fühle mich frustriert und enttäuscht“


Grell sieht die Wahl Trumps als „systembedingt“ an. „Die USA sind eine rein kapitalistische Marktwirtschaft ohne soziales Netz. Der Bildungsstand ist zudem nicht der allerbeste. Die Unzufriedenheit bringt die Leute dazu, jedem zu folgen. Jetzt sind sie dem Schlechtesten gefolgt. Das ist bedenklich“, führt er aus. Manche in den USA würden Trump sogar als Vertreter der christlichen Kirche ansehen. „Doch ein Sexist und Rassist kann niemals ein Vertreter der christlichen Kirche sein“, unterstreicht Grell. „Die kritischen Stimmen aus der Kirche müssen jetzt kommen.“ Der Pastor erinnert daran, dass Trump im Wahlkampf einen spastisch Behinderten nachgeahmt und verunglimpft und sich abfällig über Frauen geäußert hat. „Ich fühle mich frustriert und enttäuscht. Trump ist eine Katastrophe für mein Heimatland“, sagt Grell.  

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erstellt am 10.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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