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Güstrower Anzeiger

26. Juni 2016 | 15:32 Uhr

Luftgewehr-Angriff in Güstrow : Tatverdächtige nach Schüssen aus Asylbewerberunterkunft

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Nachdem am Sonntag eine 41-Jährige aus der Asylbewerberunterkunft in der Güstrower Südstadt beschossen und das Gewehr später unter einem Balkon entdeckt wurde, hat die Polizei nun zwei Tatverdächtige festgenommen.

Es handele sich um zwei 22- und 28-jährige Bewohner der Unterkunft, die nun vernommen werden, sagte eine Polizeisprecherin heute Mittag. Zu einem möglichen Motiv gebe es noch keine Hinweise, auch zur Nationalität wurden keine Angaben gemacht.

Rückblick: Schüsse Sonntagabend in der Güstrower Südstadt: Als eine 41 Jahre alte Frau mit ihrem Hund gegen 21 Uhr auf der Wiese hinter der Asylbewerberunterkunft in der Werner-Seelenbinder-Straße spazieren ging, vernahm sie plötzlich einen Pfeifton und bemerkte zwei Geschosse, die dicht an ihrem Kopf vorbei flogen. Laut ihren Angaben gegenüber der Polizei blickte die Frau daraufhin in die Richtung, aus der die Schüsse gekommen waren und stellte fest, dass auf einem Balkon der Asylbewerberunterkunft zwei Männer standen, die mit einem Gewehr hantierten.

Sofort verständigte die Frau, die nicht getroffen und auch nicht verletzt wurde, den Wachdienst, der die Polizei informierte. „Es wurde mehrfach aus einem Luftgewehr geschossen“, bestätigte gestern Isabel Wenzel, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Rostock, auf SVZ-Nachfrage. „Die Frau hat sehr genaue Angaben gemacht, beispielsweise von welchem Balkon geschossen wurde. Auch eine Beschreibung der Täter hat sie abgegeben.“ Bei der Überprüfung der Räume in der Asylbewerberunterkunft durch die Polizei, wurden aber die mutmaßlichen Täter nicht angetroffen. Das Luftgewehr wurde jedoch unterhalb des Balkons auf dem Rasen gefunden und zur kriminaltechnischen Untersuchung sichergestellt, so die Pressesprecherin. „Zudem haben wir weiteres Beweismaterial gesichert“, sagt Isabel Wenzel und meint damit vor allem die Patronen für das Luftgewehr, die im Zimmer und am Balkon gefunden wurden. Laut Aussagen der Polizei gebe es bereits „deutliche Hinweise“ auf die mutmaßlichen Täter. Dabei soll es sich um zwei Asylbewerber aus der Unterkunft handeln. „Wir sind dran. Die Ermittlungen und Vernehmungen laufen auf Hochtouren“, so Isabel Wenzel gestern.

Die Asylbewerberunterkunft in der Werner-Seelenbinder-Straße in der Güstrower Südstadt wurde im vergangenen Dezember eröffnet. Hier gibt es Platz für 175 Flüchtlinge. Laut Heidrun Kiel, die im Auftrag der Betreiberfirma European Homcare neben den Heimen in der Demmlerstraße und im Waldweg auch für die Werner-Seelenbinder-Straße zuständig ist, ist der Block gerade mit 155 Bewohnern belegt. Auch der Landkreis reagierte gestern auf den Vorfall. „Wir haben bisher noch nie solche Vorfälle in den Asylbewerberunterkünften im Landkreis gehabt“, so Kreissprecher Kay-Uwe Neumann 

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erstellt am 16.Mär.2015 | 22:00 Uhr

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