zur Navigation springen

Liedermacher Ingo Barz : Start mit „richtigem“ und „nicht richtigem“ Auftritt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Liedermacher Ingo Barz feiert sein 45-jähriges Bühnenjubiläum.

Mit einem Konzert feiert Ingo Barz seine 45-jährige Karriere als Liedermacher am 25. März um 19.30 Uhr auf Schloss Lühburg. Dabei stellt er auch seine neueste, inzwischen 16. CD mit dem zum Jubiläum passenden Titel „An einem Tag wie diesem“ vor.

Freilich wird an eben so einem Tag die Frage aufkommen, wie und wo alles für den Liedermacher angefangen hat. Auf jeden Fall war es das Jahr 1972, aber Barz teilt den ersten Auftritt auf in einen „richtigen und einen nicht richtigen“. Der „nicht richtige“ datiert bezeichnenderweise auf den 1. April und war eher eine Verlegenheitslösung. „Für ein Konzert in der Kirche von Marlow fehlte ein Gitarrist und so wurde ich kurzfristig als Aushilfe engagiert. Ich habe wohl grauenhaft geklimpert“, erinnert sich der Liedermacher. Der „richtige“ Auftritt folgte dann irgendwann im November des gleichen Jahres in Schwerin im Rahmen eines von der Kirche veranstalteten Musikerseminars. Da eroberte Barz als „Bob-Dylan-Verschnitt“ die Herzen der etwa 200 Zuhörer und unternahm seine ersten Schritte als Liedermacher. Schon im Frühjahr 1973 legte er mit einer eigenen Band richtig los.

Oft wird Ingo Barz in das Schubfach „Kirchensänger“ gesteckt. Tatsächlich hängen seine häufigen Auftritte in Kirchen, Gemeinde- und Pfarrhäusern mit seiner Biografie zusammen. In den 1970er- und 1980er-Jahren arbeitete Barz als Jugendwart der Evangelischen Landeskirche Mecklenburg. Doch als „unangepasster“ Künstler ohne „Pappe“, also ohne einer von staatlichen Stellen ausgestellten Spielerlaubnis, blieben ihm für öffentliche Auftritte nur kirchliche Einrichtungen. Zwar änderte sich das nach der Wende, aber durch die Schließung von Kulturhäusern, Bibliotheken und anderen kulturellen Einrichtungen blieben kirchliche Räume nach wie vor sichere Auftrittsorte.

Sein Leben als Künstler und Bürger der DDR hat Ingo Barz in dem 2010 im Eigenverlag erschienenen Buch „Muss denn der Junge dauernd Panzer malen“ in „50 autobiografischen Momentaufnahmen“ geschildert. Höhepunkte seines Schaffens waren unter anderem die CDs „Im Anfang war das Ohr – Lieder aus einem anderen Land“, „Das macht, dass wir uns finden“, die 2003 mit Karl Scharnweber und Johannes Pistor herausgegebenen Lieder zu zwölf Arbeiten von Ernst Barlach „Wo ist ein Platz zu bleiben“ oder die 2007 unternommene Liederreise durch Mecklenburg „Das wollt ich dir noch singen“.

Seit 24 Jahren lebt der 1951 geborene Künstler mit seiner Frau Eva-Maria und zwei Boxerhunden, Schafen, Ziegen und Gänsen auf dem Schnitterhof in Lühburg bei Gnoien. In Sachen Tourneen will Barz künftig kürzer treten. „Ich habe meiner Frau versprochen, nicht mehr als 30 Auftritte im Jahr anzunehmen“, sagt er und weiß doch schon, dass dieses Versprechen im Jubiläumsjahr schwer einzulösen sein wird. Nach dem Konzert in Lühburg steht am 5. April ein „Home-Coming“-Abend in der Winterkirche seines Geburtsortes Ribnitz im Plan. Tags darauf gastiert Barz im Gemeindehaus in Marlow, also dem Ort, in dem es den zwar ersten, aber „nicht richtigen“ Auftritt gab. Neben zahlreichen anderen Terminen in Ludwigslust und Neubrandenburg ist am 21. Mai ein Konzert in der Kirche von Qualitz geplant.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen