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Güstrower Anzeiger

05. Dezember 2016 | 19:36 Uhr

SVZ-Serie : Spontan in Ausbildungsplatz reingerutscht

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Unsere Azubis“: Lukas Kuball macht im Burghotel am Inselsee in Güstrow eine Ausbildung zum Restaurantfachmann

16 Jahre jung ist Lukas Kuball und gerade frisch aus der Schule. Vor zehn Wochen begann der Wismarer seine Ausbildung zum Restaurantfachmann im Burghotel am Inselsee in Güstrow. „Den Ausbildungsplatz habe ich über die Jobbörse der Arbeitsagentur gefunden“, beschreibt er seinen Weg in die Barlachstadt. „Einen Tag nach meinem Anruf im Hotel saß ich mit meinen Bewerbungsunterlagen im Zug.“ Eine für ihn glückliche Fügung: Kurz zuvor hatte ein Auszubildender abgebrochen. So war der Platz im Burghotel spontan und drei Wochen nach offiziellem Lehrbeginn frei geworden.


Bis in die Nacht leckere Cocktails mischen


„Er hat uns davon überzeugt, dass er die Ausbildung wirklich will“, begründet Chef Torsten Hill (47) seine Entscheidung, Lukas Kuball einzustellen. Sechs Mitarbeiter hat das Burghotel. Koch Nico Ladwig (38) ergänzt: „In so einem kleinen Betrieb wie unserem muss es einfach passen.“ Auch für Lukas Kuball passt es: „Meine Eltern schlugen mir anfangs KFZ-Mechatroniker vor. Nach einem Praktikum war klar: Das ist nichts für mich.“ Der 16-Jährige weiß ein schönes Ambiente und schicke Anzüge eher zu schätzen als eine kühle Werkstatt. Im zweiten Lehrjahr freut er sich besonders auf die Bar. „Morgens lange schlafen, abends lange arbeiten und leckere Cocktails mischen – das Leben als Barkeeper kann ich mir gut vorstellen“, sagt er.

Dass den Auszubildenden im Burghotel nicht nur die regulären Aufgaben eines Restaurantfachmanns erwarten, lässt schon der Name des Etablissements erahnen – und seine Berufskleidung. Die entspricht zwar nicht original der Gewandung eines Knechts, aber sie mutet mittelalterlich an. Bei größeren Veranstaltungen wie dem Mittelaltermarkt oder dem Hexenmarkt weist ein Schild am Hemd auch direkt auf die Position Knecht hin. Damen sind Mägde und der Chef ist natürlich der Gutsherr.

Die Idee, ein Hotel mit mittelalterlichem Flair zu eröffnen, kam Torsten Hill vor zehn Jahren. Sie ergab sich aus der Frage, was es in Güstrow noch nicht gab. „Das Gaststättenrecht bekam das Gebäude bereits 1723, damit ist es Güstrows älteste Gaststätte“, sagt er und ist beeindruckt von der Geschichte des Hauses. „Das Kellergewölbe ist noch original aus dem 18. Jahrhundert.“ Der gelernte Nachrichtentechniker bildete sich in Richtung Hotelführung weiter, legte die Ausbildungseignerprüfung ab und kümmert sich nun um den betrieblichen Nachwuchs in eigener Sache. „Liköre herstellen und nach einer Treibjagd Tiere aufbrechen, sind Aufgaben, bei denen unser Auszubildender erst einmal zusehen und später helfen wird“, benennt der Chef zwei der ungewöhnlichen Ausbildungsanteile im Burghotel.


Kommunikativ und aufgeschlossen sein


Welche Eigenschaften braucht ein Restaurantfachmann allgemein? „In einer Ausflugsstätte mit Biergarten ist viel los“, weiß Lukas Kuball. „An einem sonnigen Septembertag kamen besonders viele Gäste“, erinnert er sich. „Bis zur Tür hinaus standen die Menschen in der Schlange. Alle wollten ein Eis. Wir waren nur zu zweit, aber wir haben die Nerven bewahrt und die Situation gemeistert.“ Allen, die sich für den Beruf interessieren, rät er: „Kontaktfreudig, höflich und selbstbewusst auftreten. Wer sich nicht traut zu reden, wirkt schnell unfreundlich. Wenn Zeit ist, genieße ich es, mit den Gästen zu plaudern. Das Zwischenmenschliche macht diesen Beruf genau richtig für mich.“

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erstellt am 14.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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