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Güstrower Anzeiger

04. Dezember 2016 | 17:17 Uhr

Güstrower auf Abenteuerreise : Segeltörn über den großen Teich

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower Hobbysegler Christoph Hübener erfüllt sich zusammen mit der gehörlosen Tochter einen Lebenstraum.

Auf den Spuren von Christoph Columbus möchte der Güstrower Christoph Hübener (60) die „Neue Welt“ erreichen. Am 20. November beginnt seine Reise über den Atlantik. Mit seiner gehörlosen Tochter Anna Maria Hübener (34) und acht Männern, die er bislang noch nicht kennt, wird er an diesem Tag in Las Palmas mit einer 51-er Bavaria mit weiteren fast 300 Booten in See stechen. Die Überquerung erfolgt mit der ARC-Regatta, die seit 1985 Seglern die Möglichkeit bietet, mit anderen über den großen Teich von Las Palmas nach St. Lucia in der Karibik zu schippern.

Christoph Hübener erfüllt sich damit einen Lebenstraum. Seit Jahrzehnten segelt die Familie – mit dem eigenen Boot z.B. auf der Müritz und jährlich für eine Woche vor Griechenland, aber auch schon in der Südsee. „Erfahrungen als Hochseesegler muss man mitbringen, um an der Regatta teilnehmen zu können“, berichtet Hübener. Getragen werden man von Passatwinden, die zu dieser Jahreszeit wehen. So werde man vermutlich nur wenig gegen den Wind ansegeln müssen, erklärt Hübener. Im Wechsel würden immer zwei Mann das Boot führen. Fest stehe, dass er stets mit seiner Tochter zusammen eingeteilt werde. Tagsüber sei das kein Problem. Für die Nacht statten sich die Hübeners mit zusätzlichen Leuchtmitteln aus, damit die gehörlose Tochter – natürlich ebenfalls eine begeisterte Seglerin – sicher an seiner Seite agieren kann.

„Ich selbst rechne mit 20 Tagen für die Überquerung“, sagt Hübener, der mit der Familie in Neu Sammit wohnt und in Güstrow eine psychotherapeutische und psychoanalytische Praxis betreibt. Spätestens nach zwei/drei Tagen werde man vermutlich allein auf dem Meer sein, werde keines der weiteren fast 300 Boote mehr sehen. „Im Notfall bietet die Regatta zumindest die Gewähr, dass nach sechs bis acht Stunden Hilfe kommt“, sagt der 60-Jährige, er bei aller Segelerfahrung sehr gespannt auf das Abenteuer ist. Wie werden zehn Menschen auf dem etwa 17 Meter langen Boot miteinander zurecht kommen? Wie wird es sein für so lange Zeit kein Land in Sicht zu haben? Segeltechnisch sieht Hübener zwei große Herausforderungen. Die eine seien Flauten, die der Mannschaft auf die Nerven gehen, die andere so genannte Squalls, in Passatwinde eingelagerte Tiefdruckgebiete, die in Minuten die Windgeschwindigkeit verdoppeln können. „Tags über sind Squalls an bestimmten Wolkenformationen zu erkennen. Aber wie ist das nachts?“, fragt sich Hübener. und ist doch zuversichtlich: „Das packen wir beide.“

Immer neue Herausforderungen, die Ruhe, das Meer und einen Sternenhimmel, der auf hoher See ohne Lichtverschmutzung unglaublich sei, liebt der Hobbysegler. „Mit der Natur verbunden und diese nutzend seinen Weg zu nehmen“, das mache die Faszination Segeln für ihn aus. Für den 20. Dezember hat er den Rückflug gebucht.

Auf der Homepage www.worldcruising.com/arc kann man die Überquerung des Bootes „Estrella“ verfolgen. Übrigens bleibt Ehefrau Karin Hübener lieber zu Hause. „20 Tage kein Hafen, das ist nichts für sie. Und außerdem gibt es täglich nur 1,5 Liter Wasser pro Person für die Körperpflege“, erklärt Christoph Hübener.

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erstellt am 08.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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