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Güstrower Anzeiger

07. Dezember 2016 | 11:37 Uhr

Grippewelle : Schon 200 Impfungen gegen Virus

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Erster Influenza-Fall im Landkreis Rostock gemeldet. Geflügelzüchter in Großbetrieben sollten sich impfen lassen.

In dieser Grippesaison wurden in Mecklenburg-Vorpommern bereits acht Influenza-Fälle gemeldet, davon stammt ein Fall aus dem Landkreis Rostock. Im Gesundheitsamt des Landkreises in Güstrow haben sich bisher rund 200 Menschen gegen das Virus impfen lassen. „Das sind in unserer Einrichtung etwas mehr als im vergangenen Jahr“, vergleicht Amtsleiterin Dr. Kristin von der Oelsnitz. „In der letzten Grippesaison sind viele Menschen erkrankt, vielleicht besteht deshalb in diesem Jahr eine stärkere Nachfrage nach Impfungen.“


14 Tage um Impfschutz aufzubauen
 

Langzeitbeobachtungen des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass die Grippe in Wellen von zwei bis drei Jahren besonders stark auftritt. Beispielsweise wurden in der Grippesaison von 2013/14 in Mecklenburg-Vorpommern 169 Fälle gemeldet, 2014/15 waren es 2560 Fälle und in der letzten Saison waren es sogar 4204 Fälle. „Es braucht rund 14 Tage, um einen Impfschutz aufzubauen. Die Grippewelle erfasst uns in der Regel von Februar bis April, deshalb sind die Monate Oktober und November für eine Impfung ideal“, erklärt von der Oelsnitz.

Im Gegensatz zu einer Erkältung ist eine Grippe mit einem schweren Krankheitsgefühl verbunden. Die Folgen können lebensbedrohlich sein. Wer zu einer Risikogruppe gehört, sollte auf eine Impfung nicht verzichten, rät die Ärztin. „Das sind Menschen über 60 Jahre, Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Diabetes, Multiple Sklerose oder Krebs sowie Menschen mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche wie HIV“, erläutert von der Oelsnitz. „Schwangere sollten sich ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel impfen lassen. Bei einem Grundleiden ist eine Impfung aber auch schon früher möglich und ratsam.“

Die Verträglichkeit des Impfstoffs sei wie auch in den vergangenen Jahren gut. „Bisher hat noch keiner vermeldet, dass ihm die Impfung nicht bekommen sei“, sagt die Amtsleiterin. Auch passe der Impfstoff gut zum zirkulierenden Virus. Impfen lassen kann sich jeder, der möchte, beim Gesundheitsamt, beim Hausarzt oder beim Betriebsarzt. „Gerade in Berufen mit viel Personenkontakt wie Busfahrer, Lehrer oder Pfleger ist eine Impfung wichtig,“ listet von der Oelsnitz auf und weist darauf hin, dass aufgrund der derzeit grassierenden Vogelgrippe besonders Geflügelzüchter in Großbetrieben gut beraten seien, sich impfen zu lassen. „Influenzaviren sind dafür bekannt, sehr wandelbar zu sein. Wir wollen vermeiden, dass sich die beiden Virentypen der Menschen- und der Vogelgrippe vermischen und dabei neue Formen ausbilden.“

Um sich gegen die Grippe zu schützen, seien eine vitaminreiche Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft, warme Kleidung und häufiges Lüften gegen umherfliegende Keime in den Wohnräumen ratsam, sagt Kristin von der Oelsnitz. „Diese Maßnahmen stärken das Immunsystem und beugen Erkrankungen vor.“ Unterschätzt werde regelmäßiges Händewaschen. Dabei gehört dies zu den wirksamen und am einfachsten umzusetzenden Maßnahmen.

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erstellt am 18.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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