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Güstrower Anzeiger

30. Juli 2016 | 07:28 Uhr

Bundesleistungshüten : Rico Nöller holt sich die Krone

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Schäfermeister aus Suckwitz nach vier Vizemeisterschaften endlich am Ziel seiner Träume

Schäfermeister Rico Nöller (46) hat es geschafft. Er gewann am Wochenende das Bundesleistungshüten vor heimischem Publikum. Nach vier Vizemeistertitel holte er sich die Krone und das mit einem sensationellen Ergebnis von 110,2 von 115 möglichen Punkten. „Es ist alles gut gelaufen. Ich bin zufrieden“, hatte er nach seinem Wettkampf gesagt. Als erster im Rennen und dann auf heimischen Terrain, da sei er ganz schön angespannt gewesen, gab er zu.

Elf Schäfer, die Sieger aus elf Bundesländern, traten am Wochenende nahe Lohmen zum Bundesleistungshüten an. Von Anfang an richteten sich Blicke insbesondere auf Rico Nöller. Der Schäfer aus Suckwitz – mehrfacher Landesmeister – wollte seinen Ruf als ewiger Zweiter auf Bundesebene loswerden. Als erster stieg er in den Wettbewerb ein. In einem Ferch steht seine Herde bereit. Mit seinen Altdeutschen Hütehunden Max und Biene machte er sich auf den Weg zur Herde, schaute die Tiere kontrollierend an, gab der Jury das Zeichen und verlässt mit den Tieren den Ferch. Während der Schäfer vorangeht, haben die beiden Hütehunde, die ihnen anvertrauten 330 Tiere fest im Blick. Eine Brücke muss überquert werden, bevor das weiten Gehüt erreicht ist. Eine Viertelstunde lang sollen die Tiere hier ruhig grasen, also die Köpfe nach unten halten. Mit einem Biss in die Wolle macht einer der Hunde darauf aufmerksam, dass ihm Respekt zu zollen ist.

Weiter geht es zum engen Gehüt. Die Zuschauer aus allen teilnehmenden Bundesländern hält es kaum auf den Tribünen. Dicht an der Absperrung zum Parcours drängen sie sich. An einem Strohballen steht Anita Nöller. Der aufmerksame Gast hört die Luft knistern. Mit den Schäfer-Kollegen Stephan Stockfisch (Brandenburg), Andreas Walter (Sachsen) und Frank Enseroth (Rheinland-Pfalz) verfolgt die Frau von Rico Nöller den Wettbewerb. Dabei entgeht ihnen auch nicht die kleinste Unaufmerksamkeit von Schäfer oder Hunden. Alle drei werden im Wettbewerb bewertet. „Eigentlich ist er die Ruhe in persona“, sagt Anita Nöller und wendet keinen Blick vom Geschehen auf dem Parcours. Ganz sicher aber ist sie sich nicht, ob das auch für diesen besonderen Wettbewerb auf heimischen Terrain gilt. Von einer „soliden Grundanspannung“ spricht Frank Enseroth.

Vom engen Gehüt machen sich Schäfer, Hunde und Schafe auf den Rückweg zum Ferch. Es geht um eine scharfe Kurve, hinter der auch noch ein Auto auftaucht. Sicher sind die Tiere daran vorbei zu geleiten – Arbeit für die Hütehunde. Nach etwa einer Stunde sind die Tiere wieder im Ferch.

Für Lohmens Bürgermeister Bernd Diekau ist es eine ganz große Sache endlich erstmals den Bundeswettbewerb nach Mecklenburg-Vorpommern geholt zu haben. Man hätte sich schon viele Jahre darum beworben. „Lohmen kann was“, sagt Rico Nöller gestern am späten Nachmittag und lobt damit Veranstalter und alle Helfer des Bundesleistungshütens, das im nächsten Jahr in Hessen stattfinden wird.

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erstellt am 21.Sep.2014 | 23:30 Uhr

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