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Güstrower Anzeiger

03. Dezember 2016 | 07:45 Uhr

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage : Rassismus Thema an Freier Schule

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Seit 2013 ist die Güstrower Alternativ-Schule eine „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – jetzt lud sie zum Landestreffen ein.

Als der armenische Flüchtling Aren Oganesian seine Geige in die Hand nahm und das Stück „Kraniche“ anstimmte, war es heute Vormittag in der Mensa der Freien Schule Güstrow plötzlich ganz ruhig. „Das war eine ganz spontane Idee. Aren macht gerade ein Praktikum an unserer Schule, um noch besser Deutsch zu lernen. Zum Landestreffen des Netzwerks ,Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ wollten wir Kraniche aus Papier falten und das Lied hat einfach dazu gepasst“, sagt Lehrerin Peggy Tetzlaff, die für die Organisation des Treffens verantwortlich war. 50 Schüler aus 20 verschiedenen Schulen des Landes waren heute nach Güstrow gekommen. Um sich auszutauschen und Workshops zu besuchen.

„Der Austausch steht für uns im Fokus, von Gleichaltrigen lernen ist gerade bei der Demokratiebildung ganz wichtig“, sagt Daniel Trepsdorf, Leiter des Regionalzentrums für demokratische Kultur Westmecklenburg der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA), der das Treffen in der Freien Schule gestern eröffnete. Ein wichtiger Aspekt dabei sei auch, dass die Kinder und Jugendlichen merken, dass sie nicht alleine sind. „Sie sollen das Netzwerk für sich nutzen, um etwa Projekte anzustoßen und durchzuführen“, fügt Trepsdorf an.

Einige Schülergruppen hätten sich so sogar schon gewagt in Stadtvertretungen zu sprechen und ihre Anliegen vorzutragen, beschreibt Trepsdorf weiter. „Solche Erfolge sind wichtig für die Entwicklung der Jugendlichen. Sie bekommen das Gefühl gehört zu werden“, macht der 39-Jährige deutlich. Eine große Herausforderung ist die Vernetzung im ländlichen Raum. „Darum gibt es, neben dem Landestreffen, auch regelmäßige Regionaltreffen. Die Themen Prävention und Intervention stehen hier ganz oben auf der Agenda“, sagt Daniel Trepsdorf.

Für Lehrerin Peggy Tetzlaff ist klar: „Den Titel ,Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ bekommt man nicht einfach verliehen, man muss das Thema auch mit Inhalt füllen.“ Die Schüler der Freien Schule haben zuletzt mit der Ausstellung „Wenn aus Fremden Freunde werden“ im Güstrower Komm-Center von sich reden gemacht. „Außerdem planen wir eine Weihnachtsfeier gemeinsam mit Geflüchteten und für das Frühjahr ist ein ,Sportfest ohne Grenzen‘ angedacht“, verrät Peggy Tetzlaff.

Solche Aktionen werden gerne durch die Barlachstadt unterstützt. Schulamtsleiterin Mandy Mater: „Es ist wichtig, dass wir alle Nein zu Rassismus sagen und ich bin mir sicher, dass die Bemühungen es wert sind.“ Es sei wichtig gerade die jungen Menschen anzusprechen und sie frühzeitig für das Thema zu sensibilisieren, macht Mater deutlich. Dem kann RAA-Leiter, Daniel Trepsdorf, nur zustimmen: „Gerade die Schule muss einen wesentlichen Beitrag leisten.“ Die 50 Schüler, die gestern an dem Landestreffen teilnahmen, konnten jedenfalls viel für sich mitnehmen. In kleinen Gruppen wurde über Ausgrenzung, Vorurteile und Rassismus sowie Flucht und Asyl gesprochen. „Dieser Austausch ist wichtig“, resümiert Landeskoordinatorin Konstanze Moritz, die hofft, dass die Jugendlichen viel mitnehmen können.

 

 

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erstellt am 23.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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