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Güstrower Anzeiger

05. Dezember 2016 | 11:27 Uhr

Erhard-Bräunig-Preis : Quartett für Ehrenamtspreis nominiert

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Hilfe zur Selbsthilfe soll der Erhard-Bräunig-Preis herausstreichen. Verleihung am 14. November

„Ich bin total von den Socken“, sagte Detlef Uhl, als er von der SVZ erfuhr, dass er als Vorsitzender des Vereins Recknitz-Niederung in Spoitgendorf für den Erhard-Bräunig-Preis nominiert wurde. Der Preis wird von der Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank in diesem Jahr erstmals an vorbildliche Ehrenamtler verliehen. Morgen tagt die Jury. Am 14. November ist die Preisverleihung.

„Die Leute im Dorf ziehen sich immer mehr zurück. Das muss doch nicht sein“, erklärt Detlef Uhl (55) sein Engagement. Immer wieder seien in Spoitgendorf sporadisch Begegnungen organisiert worden – ein Osterfeuer, ein Herbstfest. Mit der Gründung des Vereins habe man im Mai 2014 ein ordentliches Fundament für die Belebung der dörflichen Gemeinschaft geschaffen. Mittlerweile habe man den Dorfplatz gestaltet, den Spielplatz erneuert und viele Informationsveranstaltungen angeboten. Detlef Uhl kommt aus Thüringen und lebte viele Jahre im Brandenburgischen. Er lernte im Zellwollewerk Wittenberge, arbeitete später im Polizeirevier Wittenberge, war ABV (Abschnittsbevollmächtigter), kam nach Laage und ist heute Dienstgruppenleiter im Polizeihauptrevier Güstrow.

Ebenso überrascht war Gabriele Kempke, die zusammen mit Heidi Morlang vorgeschlagen ist. Ihr Engagement für den Tafelverein, dem sie beide vorstehen, gibt den Ausschlag für die Nominierung. „Die Leute brauchen uns und es macht mir nach 16 Jahren auch immer noch Spaß“, sagt die 59-Jährige. Nicht immer sei es einfach, Lebensmittel einzusammeln, die dann an Bedürftige weitergegeben werden, aber man sei im Verein ein gutes Team und schaffe es zusammen. Die Güstrowerin ist gelernte Köchin, verlor Anfang der 1990er-Jahre den Job und hat seitdem einiges durch: ABM, Weiterbildung, Ein-Euro-Job usw. „So kam ich zur Tafel und bin geblieben“, erzählt sie. „Die Tafel liegt mir am Herzen“, fügt sie hinzu.

Noch länger ist Heidi Morlang (63) dabei. Sie gehörte im September 1996 zu den Gründungsmitgliedern, hielt sich aber als stellvertretende Vereinsvorsitzende immer gern im Hintergrund. „Wir sind da, um Menschen zu helfen und das gelingt uns ganz gut“, schätzt Heidi Morlang ein. Man versorge 1600 Menschen in Güstrow, Teterow und in den Dörfern, habe ein stabiles Netz aufgebaut. Und dennoch: Eigentlich sei sie nicht stolz darauf, so vielen Menschen Hilfe zu bieten. „Eigentlich ist die Tafel dafür gedacht, in Notsituationen für eine Übergangszeit zu helfen, manche Leute aber kommen schon seit 20 Jahren“, bedauert die Güstrowerin, die selbst immer im sozialen Bereich tätig war, zuletzt beim Güstrower Bildungshaus in der Sternberger Außenstelle.

Einzigartiges Engagement für Gambia

Ein Urlaub in Gambia war 1997 der Auslöser für ein bemerkenswertes Engagement. Seit fast 20 Jahren hilft Monika Thomsen (68) Menschen in Afrika. Die Hilfe ist ganz konkret und konzentriert sich auf das Dorf Labakoreh in Gambia. „Als Kindergärtnerin interessierte mich natürlich zuerst die Vorschulerziehung“, berichtet Monika Thomsen. Eine Ausbildung für die jungen Leute sieht sie bis heute als vorderste Aufgabe. Zuletzt war erst eine Ausbildungsstätte für Schneiderinnen eingeweiht worden. „Ich fühle mich mit den Menschen dort verbunden. Einige kenne ich nun schon von klein auf an“, erklärt die Güstrowerin ihr Engagement im Verein Bützower für Gambia.

Hintergrund: Preisverleihung am 14. November
Der Erhard-Bräunig-Preis für bürgerschaftliches Engagement  wird in diesem Herbst erstmals vergeben. Die Auszeichnung ist mit 5000 Euro dotiert. 46 Namen stehen auf einer Vorschlagsliste. Erhard  Bräunig (1945 – 2015)    hatte als Landrat  von Nordwestmecklenburg, SPD-Landtagsabgeordneter  und  Kuratoriums-Vorsitzender  der Bürgerstiftung der Volks- und Raiffeisenbank eG  immer  Menschen dazu   bewegen wollen,  Probleme  anzupacken und  sich zu engagieren. Damit dieses bürgerschaftliche Wirken von Erhard  Bräunig  nicht  in Vergessenheit  gerät und  in seinem Sinne fortgeführt wird, vergibt die  Bürgerstiftung     erstmals  den  Erhard-Bräunig-Preis. Hinzu  kommt  eine   vom Plüschower Künstler  Udo Rathke  geschaffene Skulptur. Die Laudatio wird Björn Engholm halten.

 

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erstellt am 02.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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