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Güstrower Anzeiger

30. September 2016 | 23:59 Uhr

Der heisse Draht : Purzel, Menke und Co – wer hat sie auf dem Gewissen?

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

In Schlieffenberg verschwinden Katzen auf mysteriöse Weise

Von einem schier unglaublichen Geschehen berichtet unsere Leserin Gabriele Richter. Immer wieder würden Katzen verschwinden, von denen sie eine reichliche Zahl in ihrem Haus in Schlieffenberg hält. Frau Richter verbindet das mit dem Wirken von Jägern, die ihre Vierbeiner wohl zum Abrichten der Jagdhunde holen würden. Das schlussfolgert sie aus wiederholtem nächtlichen Schießen in der Nähe ihres Grundstückes. Was ihr schleierhaft vorkommt: Nie habe sie irgendwelche Spuren ihrer Haustiere gefunden, etwa zerrissenes Fell, das auf einen Kampf mit Wildtieren hinweisen würde. Menke und Purzel waren die ersten Miezen, die danach verschwunden wären, inzwischen fehlten ihr sieben ihrer Lieblinge. Andere, wie Lisa, fand sie wieder, völlig verstört und traumatisiert – der Schütze habe sie verfehlt. Minutiös hat die ehemalige Lehrerin einige Fälle aufgezeichnet. So sei am 18. Dezember um 1.38 Uhr direkt hinter ihrer Hecke ein Schuss gefallen, dann wieder am ersten Weihnachtstag um 17.50 Uhr. Und besonders bei Vollmond wären die ihr unbekannten Personen aktiv, schildert die 67-Jährige der Lokalredaktion.

„Wenn das so wäre, dann wäre das ein Einzelfall“, denkt Heinz Stegemann. Der Kreisjägermeister erläutert, dass Jäger erst dann eingreifen dürfen, wenn Katzen mindestens 200 Meter von Ortschaften bzw. Häusern entfernt sind. So schrieben es Bundes- und Landesjagdgesetz vor. Bei gleich sieben verschwundenen Katzen habe er so seine Zweifel, denn „das wäre ganz verwerflich, so etwas macht man nicht“. Stegemann habe selbst Katzen, aber die gingen nicht weit aufs Feld. Er selbst würde eine Katze erst dann als wildernd bezeichnen, wenn ihre Entfernung zur Zivilisation sich in Kilometern messen ließe. „Dann muss auch der Jäger eingreifen. Aber ein Jäger braucht keine toten Katzen.“ Allerdings dürfe in der Nähe von bewohnten Häusern durchaus geschossen werden, stellt Stegemann klar, doch zur Sicherheit immer nur „mit dem Rücken zur Wand“.

Für Jäger Matthias Streeb erscheinen die Schilderungen völlig fern liegend. „Wer steht denn nachts auf, um Katzen zu schießen? Außerdem wäre mir dafür die Kugel viel zu teuer dafür“, fragt sich der Nieglever. Wollte er seine Hunde abrichten wollen oder auf ihre Wildschärfe testen, „brauchte ich mir keine Katze zu holen, von der man auch noch weiß, wo sie hingehört“. Ansonsten wären Jäger tatsächlich nachts unterwegs, und natürlich bei Vollmond – wegen der dann meist guten Sicht.

Für Bürgermeister Reinhard Knaack wäre, sollte wirklich jemand in unerlaubter oder gefährlicher Weise schießen, die Polizei der Ansprechpartner für eine Anzeige. Dort aber, sagt Gert Frahm von der Inspektion Güstrow, läge keine derartige Anzeige vor.  

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