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Güstrower Anzeiger

06. Dezember 2016 | 09:12 Uhr

Mehr Flüchtlinge in Güstrow : Neue Asylunterkunft in Südstadt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Landkreis kauft Wohnblock in Werner-Seelenbinder-Straße / Ab dem 1. Dezember sollen hier bis zu 170 Flüchtlinge Platz finden

Die Stadt Güstrow bekommt innerhalb kurzer Zeit eine dritte große Asylbewerberunterkunft. In dem leergezogenen Wohnblock in der Werner-Seelenbinder-Straße 9-12 in der Südstadt hat der Landkreis Rostock 40 Wohneinheiten erworben. „Geplant ist, hier bei voller Belegung rund 170 Menschen eine Heimstatt zu ermöglichen“, informierte gestern Rainer Boldt, 2. Stellvertreter des Landrats. Der Bezug ist ab dem 1. Dezember vorgesehen. „Dazu werden die Wohnungen in den nächsten Wochen mit einfachem Standard hergerichtet. Es erfolge jedoch keine Komplettsanierung. Entstehende Kosten übernimmt das Land Mecklenburg-Vorpommern“, so Boldt weiter.

Es handele sich jedoch nicht um eine Gemeinschaftsunterkunft, wie bereits im Güstrower Waldweg und in der Demmlerstraße, unterstreicht Boldt. „Vielmehr haben wir hier Wohnungen in konzentrierter Form“, versucht er einen feinen Unterschied zu machen. Dass es sich bei der Güstrower Südstadt um einen „sozialen Brennpunkt“ handelt, sei dem Landkreis durchaus bewusst. „In so genannten besseren Wohngebieten gibt es aber nur einen geringen Leerstand. Wir müssen die Angebote so nehmen, wie sie sind“, sagt Boldt. In Güstrow habe man keinen anderen Standort gefunden.

Die in den Wohnungen unterkommenden Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber werden von einem fachlich geeigneten Betreiber so-zial betreut und bei ihren Kontakten u. a. zu Behörden, Schulen und Kitas unterstützt, so Boldt. Zur sozialen Betreuung der Bewohner ge-höre auch der Aufbau gutnachbarschaftlicher Kontakte in der Südstadt, unterstreicht er. Hier erhofft sich der Landkreis die Unterstützung von Vereinen, Verbänden, Unternehmen und Privatpersonen.


Weitere Suche nach Unterkünften


Gegenwärtig könne noch keine Aussage über die Nationalitäten der zukünftigen Bewohner in der Werner-Seelenbinder-Straße getroffen werden. Hauptherkunftsländer seien zurzeit die Bürgerkriegsgebiete im Nahen Osten und in Nordafrika, erklärt der 2. stellvertretende Landrat. „Nach gegenwärtigen Prognosen rechnet der Landkreis auch weiterhin mit erheblichen Zuweisungen von Flüchtlingen durch das Land – mehr als geplant“, sagt Boldt. Er geht von monatlichen Zuweisungen von bis zu 80 Personen aus. Deshalb würden auch weiter Wohnungen im Landkreis angemietet und neue Asylbewerberheime errichtet. Aktuell ist in Jördenstorf eine neue Gemeinschaftsunterkunft geplant. Der steigende Bedarf ergebe sich aus der aktuellen weltpolitischen Lage und der Verpflichtung Deutschlands, im Falle humanitärer Katastrophen konkret Hilfe zu leisten.

Gegenwärtig sind im Landkreis an diversen Standorten rund 750 Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber untergebracht. Schwerpunkt ist dabei die Stadt Bad Doberan mit etwa 300 Personen in verschiedenen Wohnformen. Unterbringungsmöglichkeiten werden auch in Bützow, Tessin, Gnoien, Sanitz, Kröpelin, Kritzmow und Neubukow genutzt. In Güstrow leben aktuell etwa 260 Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber.

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erstellt am 13.Sep.2014 | 06:00 Uhr

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