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Güstrower Anzeiger

08. Dezember 2016 | 23:05 Uhr

Diekhof : Möbel flogen aus dem Fenster

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Landkreis lässt Flüchtlingswohnungen in Diekhof räumen – Nur Brauchbares soll weiterverwertet werden

Aufregung heute in Diekhof. Matratzen, Bettgestelle, Stühle und Tische folgen aus den Fenstern. Ein Umzugsunternehmen räumte sieben Wohnungen aus. Bis vor Kurzem waren in Diekhof Flüchtlinge und Asylbewerber dezentral untergebracht. Ende des Monats laufen die Mietverträge mit der Gemeinde aus. Also lässt der Landkreis als Mieter ausräumen.

Diekhofs Bürgermeister Rolf Matschinsky meldete sich entsetzt in der Redakion. „Es kann doch nicht sein, dass Möbel – ob gebraucht oder nicht – aus dem Fenster fliegen und auf dem Sperrmüll landen“, schimpfte Matschinsky. Er sei erschüttert. „In Güstrow sind weitere Gemeinschaftsunterkünfte geplant. Für die wird dann wieder neu angeschafft?“, fragt sich der Bürgermeister. In der Tat fliegen um die Mittagszeit Matratzen aus den Fenstern. Eine Frau schaut kopfschüttelnd zu. Steuergelder würden hier verschwendet, schimpft sie.

Vom Umzugsunternehmen will keiner mit SVZ sprechen. Man erfülle nur einen Auftrag und hätte alles die Treppen herunter getragen, aber vor den Eingängen wird gerade ein neuer Gehweg gebaut. Man könne mit den Fahrzeugen nicht auf die Baustellen. Deshalb fliege das Zeug aus dem Fenster. Nur Herde und Waschmaschine werden herunter und ums Haus getragen, auch einige Möbel, die noch in Ordnung seien.

Kreissprecher Michael Fenlger bestätigt das Gehörte. Mitarbeiter des Fachdienstes Integration und Unterbringung beim Landkreis hätten die Wohnungen inspiziert und bei jedem Möbelstück entschieden, ob es eingelagert und wieder verwendet oder entsorgt wird. Was nicht mehr brauchbar ist, lande auf dem Sperrmüll. So genannte weiße Ware werde eingelagert. Der Landkreis beabsichtige einen Verkauf nicht mehr benötigter Herde, Waschmaschinen usw. „Vorher müssen aber noch einige rechtliche Fragen geklärt werden“, betont Fengler.

Die rückläufige Zahl von Zuweisungen und die Maßgabe, Gemeinschaftsunterkünfte auch auszulasten, führe dazu, dass dezentral gelegener Wohnraum für Flüchtlinge und Asylbewerber nicht mehr benötigt werde. Deshalb würde der Landkreis Wohnungen in größerem Umfang räumen. „Wir geben keine Steuergelder für Wohnungen aus, die nicht mehr gebraucht werden“, betont Fengler. Neuankömmlinge würden generell erst einmal in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Menschen, die inzwischen einen Aufenthaltstitel haben, müssen sich selbst um Wohnraum kümmern. Der Landkreis würde dabei unterstützen, sei aber nicht mehr zuständig.

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erstellt am 18.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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