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Güstrower Anzeiger

27. September 2016 | 02:12 Uhr

Tierschutz Güstrow : Kitten suchen ein neues Zuhause

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Zahlreiche Katzenkinder werden vom Güstrower Tierschutzverein aufgezogen – die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Spenden.

Es schnurrt und mauzt auf dem Gelände des Güstrower Tierschutzvereins in der Langen Stege. Mehr als 20 Kitten haben hier vorrübergehend ein Zuhause gefunden. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter päppeln die kleinen Fellnasen auf, um sie später in liebevolle Hände zu übergeben.

„Wir hatten 15 Maikatzen, die wir schon vermitteln konnten und nun sind weitere 25 in unserer Obhut und warten auf ihr neues Zuhause“, erklärt Vereinsmitglied Jasmin Pophal. Auch Waisenkätzchen waren unter den Tieren. Drei von ihnen lebten zeitweise bei der Ehrenamtlerin. „Als sie zu mir kamen, waren sie gerade einmal zwei Wochen alt. Ich musste sie mit der Flasche aufziehen“, erzählt Jasmin Pophal. Ein Kater habe es nicht geschafft. „Man denkt, sie sind aus dem Gröbsten raus und dann passiert es leider doch. Es fehlt die Grundimmunisierung durch die Muttermilch“, erklärt Pophal, die in der Zeit der Aufzucht oft nicht mehr als vier Stunden Schlaf pro Nacht bekam.

Die Gründe, warum Katzenkinder zu Waisen werden, sind vielfältig. Oft werden die unliebsamen Kitten einfach ausgesetzt. „Einige Muttertiere verhungern aber auch“, sagt Jasmin Pophal und fügt erklärend hinzu: „Das passiert gerade bei Wildkatzen, weil sie ihren Nachwuchs nicht alleine lassen können, um zu jagen.“

Die zweijährige Wendy ist unterdessen eine Vorzeigemama. Ende Juli bekam sie gleich drei Kitten – ein Weibchen und zwei Männchen. „Sie war sehr schlank, als sie zu uns kam. Die Schwangerschaft haben wir erst später bemerkt, als ich mich ein Kätzchen durch die Bauchdecke hindurch trat“, erinnert sich Jasmin Pophal mit einem Lächeln auf den Lippen. Noch werden die Jungtiere gesäugt, aber mit 13 Wochen können sie abgegeben werden. „Wir nehmen gerne schon jetzt Reservierungen entgegen“, verspricht die Tierschützerin. Wer sich für ein Kätzchen vom Tierschutzverein entscheidet, bekommt ein geimpftes, gechiptes und angemeldetes Tier – das Rundum-Sorglos-Paket. Darum werden die Tiere auch erst eine Woche nach der zweiten Impfung in Woche 12 abgegeben. „Damit gehen wir sicher, dass die Tiere die Immunisierung gut verkraften – manche reagieren nämlich mit Fieber“, weiß die Katzenfreundin.

Um die Kittenschwemme in der Region einzudämmen, setzt sich der Güstrower Tierschutzverein für die Kastration von Freigängern ein. Alleine in diesem Jahr sind schon 30 freilaufende Tiere kastriert worden. „Jeder, der einen Freigänger zu Hause hat, sollte sein Tier – ob Männchen oder Weibchen – kastrieren. Damit nimmt man gerade den Katzen den Stress, den die Rolligkeit für sie bedeutet. Außerdem werden ungewollte Kitten verhindert“, sagt Jasmin Pophal.

Die teuren Kastrationen werden aus Spendengeldern finanziert, eine kommunale Förderung gibt es nicht. Auch die Aufzucht der Kitten, die Nahrung der Fundtiere und die Tierarztkosten, werden ausschließlich durch Spender finanziert. „Und ohne den ehrenamtlichen Einsatz, wäre all das auch nicht möglich. Wir sind über jeden Helfer dankbar, auch wenn er sich nur die Zeit nimmt mit den Tieren zu spielen “, macht Jasmin Pophal deutlich.

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erstellt am 23.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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