zur Navigation springen

Güstrower Anzeiger

08. Dezember 2016 | 10:58 Uhr

Windenergie : Jetzt geht’s um die Altanlagen

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Planungsverband Region Rostock tagt im Dezember in Güstrow. Neue Eignungsgebiete für Windparks noch in der Prüfung.

Weiter alles offen bei der Ausweisung von Eignungsgebieten für Windkraftanlagen auf dem Territorium des Planungsverbandes Region Rostock. Wenn am 15. Dezember zur Verbandsversammlung – um 17 Uhr im Kreishaus in Güstrow – geladen wird, stehen neue Eignungsgebiete nicht auf der Tagesordnung. Es geht zunächst um die Zukunft schon bestehender Windparks, informiert Gerd Schäde, Leiter der Geschäftsstelle des Planungsverbandes. Erst im Frühsommer wird es wieder um neue Eignungsgebiete gehen.

Dann gibt es auch ein neues Beteiligungsverfahren, Gelegenheit für Harald Svenson aus Serrahn nochmals seine Bedenken gegen das Eignungsgebiet 128 nördlich von Groß Bäbelin vorzubringen. Vor einem Jahr hatte die Verbandsversammlung von 17 möglichen Eignungsgebieten fünf gestrichen, u.a. eines in Linstow. Im Gegenzug könnte das bei Groß Bäbelin/Zietlitz noch größer werden. Harald Svenson hat arge Bedenken hinsichtlich des Artenschutzes. Er verweist u.a. auf ein Seeadlerpärchen, das in einem angrenzenden Wald brütet, nennt eine Kranichpopulation im Bereich des Grimsees und Zugvögel, die im Herbst das Gebiet passieren. Arten- und Umweltschutz sind für den Serrahner gewichtige Argumente, das mögliche Eignungsgebiet genauer unter die Lupe zu nehmen.

„Wir sind mit neuen Eignungsgebieten einfach noch nicht so weit“, sagt Schäde. Diese wurden in den vergangenen Monaten unter dem Aspekt des Artenschutzes nochmals untersucht. Die Auswertung der Ergebnisse aus dem Frühjahr hätte in Zusammenarbeit mit Naturschutzbehörden erst in der vergangenen Woche begonnen, berichtet Schäde. Ob es eine Vergrößerung des ursprünglich für 40 Hektar angedachten Windparks bei Groß Bäbelin auf das Dreifache geben kann, hänge von den Ergebnissen zum Thema Artenschutz ab, betont der Verbandsgeschäftsführer.


Recknitz doch wieder im Rennen?


Auf manche Änderung bei den Rahmenbedingungen müsse man außerdem reagieren, erklärt Schäde den Verzug. Das seien zum einen geänderte Richtlinien zum Artenschutz in MV, die diesem nun mehr Gewicht beimesse. Das Vorkommen von Schreiadlern und Schwarzstörchen würde die Eignung für Windkraftanlagen quasi ausschließen. Eine Pufferzone von sechs Kilometern rund um den Horst werde den Vögeln zugebilligt, so Schäde.

Geändert hätten sich auch Maßgaben bei der Luftsicherheit. Hier spricht Schäde von einer Lockerung, die dazu führe, dass beispielsweise ein Eignungsgebiet bei Recknitz, das im vergangenen Jahr gestrichen worden war, wieder in Betracht gezogen werden könnte.

Als dritten Aspekt nennt Schäde das inzwischen novellierte Erneuerbare Energiengesetz (EEG). Hier streiten die Bundesländer weiter darum, wo der Zuwachs an Windenergie limitiert wird. MV könnte es treffen. Deshalb rechnet Schäde damit, dass die dritte Tranche in Sachen neuer Eignungsgebiete der Verbandsversammlung erst im Frühsommer 2017 vorgelegt werden kann.


Zukunft für bis zu zwölf alte Windparks


Am 15. Dezember geht es allein um 18 Alteignungsgebiete, quasi um die erste Generation von Windrädern. Zehn davon müssten nach den heutigen Kriterien gestrichen werden, so Schäde. Vier davon könnten aber über Ausnahmeregelungen für die Zukunft gesichert werden, fügt er an. Als 1999 Windeignungsgebiete festgeschrieben wurden, galten noch andere Abstandsregelungen. Aus 500 Metern zu einer geschlossenen Bebauung und 300 Metern zu einem Einzelgehöft sind inzwischen 1000 und 800 Meter geworden. In der Diskussion war zuletzt ein Ende der Windparks bei Tarnow und Langen Trechow, während die bei Mistorf und Kuhs lediglich etwas verkleinert werden müssten.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Nov.2016 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen