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Neues Toilettenhaus am Güstrower Bahnhof : Im Notfall kann’s ernst werden

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Behindertenbeirat und Blindenverein inspizierten mit Güstrower Stadtverwaltung neues WC am Bahnhof.

Noch in dieser Woche soll das neue WC am Güstrower Bahnhof geöffnet werden. Das versprachen gestern Stadtrat Andreas Brunotte und Maik Titze, Abteilungsleiter zentrales Gebäudemanagement der Barlachstadt. „Die Toilette ist jetzt fertig und wir versuchen sie schnell in Betrieb zu kriegen. Das sollte in dieser Woche zu machen sein“, sagte Brunotte.

„Es ist zwar schön, wenn es nun endlich das WC am Bahnhof gibt, wir hätten uns aber mehr über eine Anlage gefreut, die sich an die Landesbauordnung hält“, sagt Torsten Schumann, stellvertretender Vorsitzender des Behindertenbeirates der Stadt. Gestern haben Vertreter des Beirates für Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen sowie des Blinden- und Sehbehindertenvereins das Häuschen begutachtet – und noch einige Verbesserungsvorschläge und Forderungen aufgemacht.

Insbesondere am Notsignal-Knopf hatte Schumann etwas auszusetzen: „Der muss im Notfall auch vom Fußboden aus erreichbar sein.“ Derzeit ist der Notknopf direkt am Haltegeländer neben dem WC-Sitz angebracht. Das sei auch für Sehbehinderte ein denkbar ungünstiger Bereich, weil sich direkt daneben der Knopf für die Spülung befindet, fügt Bernd Rohsmannek hinzu. Als Betroffener könne er den einen vom anderen gar nicht unterscheiden.

Ein ähnliches Problem zeigte sich beim inneren Türöffner. Dessen Schalter seien überhaupt nicht richtig zu ertasten. „Hier muss noch eine Umrandung in deutlichem Kontrast erfolgen“, fordert Rohsmannek. Auch wünschte er sich eine Vergrößerung des Aufmerksamkeits- und Auffangfeldes vor der Toilette.

Andere Aspekte wurden dagegen gelobt. Beispielsweise sei die Barrierefreiheit im Haus gegeben. Ebenfalls für Rollstuhlfahrer günstig: Die Tür springt mit der Benutzung eines entsprechenden Schlüssels automatisch auf und bleibt eine Weile offen stehen.

Als Fazit hätte sich Torsten Schumann gewünscht, wenn der Beirat von vornherein in den Bau einbezogen worden wäre. Eine ausführliche Stellungnahme mit ihren Vorstellungen und Bedürfnissen hätten sie zwar abgegeben, doch ihre Einschätzung sei offensichtlich nicht in allen Punkten beachtet worden. Möglicherweise soll noch ein Treffen mit Vertretern der Deutschen Bahn, die das WC gebaut hat, der Stadt als künftiger Betreiber und Vertretern des Beirates erfolgen.

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