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Güstrower Anzeiger

01. Juni 2016 | 01:44 Uhr

Neu in der Wollhalle : Im Dialog mit dem Holz

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bildhauer Dieter Prange zeigt ab Sonnabend in der Güstrower Wollhalle seine Ausstellung „Skulpturen. Hommage an Uwe Johnson“

Dieter Prange, freischaffender Bildhauer aus Meerane, ist ab Sonnabend in der Städtischen Galerie Wollhalle in Güstrow zu erleben. Seine Ausstellung „Skulpturen. Hommage an Uwe Johnson“ wird um 15 Uhr eröffnet. Die Schau, die bis zum 8. Februar 2015 läuft, zeigt 36 Skulpturen, 30 Druckstöcke zum Holzschnitt-Zyklus „Seeblicke“ sowie 15 Holzschnitte des Bildhauers.

In Anlehnung an Uwe Johnsons literarisches Werk schuf Dieter Prange ab 1990 einen Skulpturenzyklus, welcher der Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs bildkünstlerischen Ausdruck verleiht. „Als Schwerpunkt seiner Arbeit sieht der Künstler dabei die Annäherung an gemeinsame Positionen im wieder vereinten Deutschland“, sagt Iris Brüdgam vom Güstrower Stadtmuseum. Prange nennt seinen Skulpturenzyklus zu Johnson „Deutsch-deutsche Befindlichkeit“. Seine Werke waren bisher u.a. in Antwerpen, Ahrenshoop, Berlin, Leipzig, Neubrandenburg sowie in Meerane zu sehen.

„Annäherung an eigene künstlerische Arbeit ist Annäherung an sich selbst. Arbeit an der Skulptur ist für mich eine philosophische und physische Herausforderung im gleichzeitigen Dialog mit dem Holz und passiert im Spannungsfeld zwischen Emotion und Ratio, zwischen Natürlichem und vom Menschen Auferlegtem“, beschreibt Dieter Prange, der 1950 in Heringsdorf geboren wurde, über seine Arbeit.

Uwe Johnson (1934 bis 1984) ist ein Sohn der Stadt Güstrow. Er besuchte hier von 1948 bis 1952 die John-Brinckman-Oberschule. Während seines Studiums der Germanistik an den Universitäten Rostock und Leipzig entstanden die vier Fassungen seines ersten Romans „Ingrid Babendererde“, der jedoch erst 1985, ein Jahr nach dem Tod des Schriftstellers, gedruckt wurde. Obwohl die Handlung in der fiktiven Stadt „Wendisch Burg“ angesiedelt ist, hat Uwe Johnson reale politische Ereignisse aus Güstrow und Rostock einfließen lassen. Im Oktober 1959 erschien im Suhrkamp Verlag sein zweiter Roman „Mutmaßungen über Jakob“, mit dem Johnson zum „Dichter der beiden Deutschland“ wurde. Johnson gilt heute als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. In seiner Tetralogie „Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cressphal“ (1970-1983), einem der wichtigsten deutschen Romane zwischen Kriegsende und Wiedervereinigung, hat er Mecklenburg literarisch verewigt.

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erstellt am 10.Dez.2014 | 05:00 Uhr

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