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Güstrower Anzeiger

28. Mai 2016 | 04:03 Uhr

Neues Angebot zur Tourismusförderung : Hindernisse aus dem Weg geräumt

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Auf Initiative des Tourismus-Vereins Güstrow nun Speisekarten in Blindenschrift in den ersten Hotels der Stadt

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie leere, unbeschriebene Blätter – und doch sind sie für manche Menschen unverzichtbar für die gleichberechtigte, selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben: Schriftstücke in Blindenschrift, die nach ihrem Erfinder Brailleschrift genannt wird. Seit kurzem sind solche Schriftstücke auch in vier Güstrower Restaurants zu finden:

Auf Initiative des Vereins Güstrow-Tourismus bieten das „Kurhaus“ und das dazu gehörige „Strandhotel“ am Inselsee, das Hotel „Weinberg“ und das Burghotel „Grenzburg“ ihren Gästen Speisekarten auch in Brailleschrift an. Was ein weiterer Schritt dazu ist, unsere Region sowohl für betroffene Einheimische als auch für sehbehinderte Touristen lebens- und erlebenswerter zu machen.

„Uns ist wichtig, auch Menschen zu erreichen, die durch Behinderungen in ihrem Sehvermögen oftmals bestimmte Angebote nicht annehmen können oder mögen“, begründet Anett Zimmermann, Vorsitzende des Güstrower Tourismus-Vereins, das Engagement für diese Sache. Deshalb habe der Verein auch seine Stadtführer sowie Vermieter geschult, wie sie sehbehinderten Gästen ihre Angebote besser vermitteln können“, sagt sie. Auch bei den Stadtrundfahrten versuche man, dies umzusetzen.

Wie sich alles entwickelte, erzählt Vereinsmitglied Angelika Radon, die sich intensiv um das Projekt kümmerte. Man habe damit eine Anregung der Müritz-Akademie Waren zum „Barrierefreien Tourismus“ aufgegriffen, sagt sie. Bei einem Workshop in Schwerin, auf dem das Projekt erläutert wurde, sei die Idee entstanden, dies auch in Güstrow umzusetzen. Der Verein habe dann also alle Hotels und Gaststätten der Stadt angeschrieben, das Projekt erläutert und angeboten, solche Speisekarten in Brailleschrift für sie zu erstellen. Doch hätten leider nur vier Restaurants der Stadt bisher Interesse an diesem Vorschlag bekundet. „Das war ein bisschen traurig“, so Angelika Radon, die aber optimistisch ist, dass dieses Angebot auch weiterhin Schule macht. Nachdem sie die herkömmlichen Speisekarten Brailleschrift-gerecht umgesetzt hatte, wurden die Karten auf einem Brailleschriftdrucker hergestellt und durch den Tourismus-Verein den beteiligten Güstrower Hotels und Restaurants gegen einen sehr geringen Obolus zur Verfügung gestellt.

Gute Erfahrungen hat damit seitdem das „Weinberg-Hotel“ gesammelt, wo die Speisekarte in Brailleschrift inzwischen schon mehrfach zur Anwendung kam.

„Die Gäste freuen sich darüber, dass wir so was haben“, erzählt Restaurantleiter Steffen Jaacks vom jüngsten Besuch einer holländischen Reisegruppe mit stark Sehbehinderten. „Allerdings gehen sie gar nicht davon aus, dass wir so was haben und beginnen zuerst, sich unsere übliche Speisekarte von ihrer Begleitung vorlesen zu lassen. Die Karte in Brailleschrift kommt dann immer toll an“, sagt er.

Noch nicht zum Einsatz gekommen ist die neue Speisekarte in Brailleschrift in den anderen Hotels. Dennoch hält man auch dort dieses Angebot für sehr nützlich, um Sehbehinderten das Leben zu erleichtern.

Wer als Restaurantbesitzer nach Überlegung so eine Karte nun ebenfalls einführen möchte, kann sich noch an Angelika Radon in der Güstrow-Information wenden.

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erstellt am 29.Nov.2014 | 06:00 Uhr

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