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Güstrower Anzeiger

06. Dezember 2016 | 18:57 Uhr

Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow : Herz liegt verborgen im Keller

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Im Magazin der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow lagert der weltweit umfangreichste Bestand des Künstlers.

Das Herz der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow befindet sich im Keller. Oberirdisch ist im Ausstellungsforum am Inselsee nur ein geringer Bruchteil der Kunstwerke des Bildhauers, Grafikers und Schriftstellers Ernst Barlach (1870 bis 1938) zu sehen. Aber unterirdisch, verborgen im Magazin, lagert der weltweit umfangreichste Bestand an Werken des Künstlers. Normalsterbliche haben hier keinen Zutritt. Dieser Bereich darf nur von den Wissenschaftlern betreten werden. „Hier bewahren wir alle Originale auf, die nicht ausgestellt werden“, erklärt Dr. Volker Probst, Geschäftsführer der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow. Das Bewahren dieser wertvollen Kulturgüter gehört zu einer der Kernaufgaben der Stiftung. Dafür bekommt sie jetzt Unterstützung von den Stadtwerken Güstrow. Mit Hilfe des Energieversorgers konnte jetzt unter dem Motto „Kunst auf Lager“ ein erster Stahlschrank zur optimalen Lagerung der Grafiken Barlachs angeschafft werden, zwei weitere sollen in den nächsten beiden Jahren folgen.

Platzbedarf spürbar angestiegen

In den Jahren des Bestehens der Stiftung seit 1994 ist nicht nur der Bestand an Zeichnungen, Druckgrafiken und Handschriften Barlachs zahlenmäßig angewachsen. Durch fortschreitendes Einlegen in Passepartouts aus säurefreiem Museumskarton ist der Platzbedarf in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. „Wir möchten dazu beitragen, dass das Museum seinem Auftrag gerecht werden kann, für die künftigen Generationen dieses Kulturgut von immensem gesellschaftlichen Wert zu bewahren“, sagt Edgar Föniger, Geschäftsführer der Stadtwerke. Und Volker Probst ist dankbar dafür: „Mit diesen Stahlgrafikschränken können wir die Kunst optimal und sachgerecht sowie nach internationalen Museumsstandards für die Nachwelt erhalten – ein wichtiger Schritt für uns.“ Die Ausstellungstätigkeit sei nur eine der Kernaufgaben öffentlicher Museen, erklärt er weiter. Gleichwertig würde das Sammeln, Erforschen und Bewahren von Kunst hinzukommen. „In der Regel fehlen jedoch die personellen und finanziellen Mittel, um dieser Aufgabe umfassend gerecht werden zu können“, sagt Probst.

Nur 15 Prozent des Bestandes ausgestellt

Noch nie wurden die Kunstwerke, die im Magazin am Inselsee lagern, alle gezeigt. Aktuell ausgestellt sind immer nur rund 15 Prozent des Bestandes. Mehr als 300 Skulpturen von Ernst Barlach befinden sich im Keller des Ausstellungsforums. Hinzu kommen im Grafikbereich 1400 Handzeichnungen, 300 Blatt Druckgrafiken sowie 130 Skizzenbücher mit mehr als 11 000 Seiten. „Ein unglaublich großer Fundus“, sagt Probst. In dem jetzt gestarteten Projekt „Kunst auf Lager“ der Barlachstiftung und der Stadtwerke Güstrow sieht er eine „nachhaltige Schwerpunktförderung im Bereich der Bestandserhaltung und -lagerung, also der Kulturgutsicherung“. „Wir sind froh, auf diesem Wege die stetige Optimierung der Lagerbedingungen, wissenschaftliche Untersuchungen sowie dringende Konservierungs- und Restaurierungsvorhaben umsetzen zu können“, so Volker Probst.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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