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Güstrower Anzeiger

09. Dezember 2016 | 04:57 Uhr

Güstrow : Handwerkerlärm im alten Bürohaus am Bahnhof

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

In dieser Woche begann die Sanierung des ehemaligen AOK-Gebäudes – ein Umnutzungsantrag für Wohnungen läuft.

Eine gefühlte Ewigkeit steht das Haus in der Speicherstraße 1 leer. Die AOK hatte gleich nebenan ein neues Geschäftshaus errichtet. Mit dem Umzug der Krankenkasse fiel das alte Bürohaus in einen Dämmerschlaf. Seit Anfang der Woche sind nun Bauleute am Werk. Als erstes wird die Bauhülle saniert.

Alle alten Fenster sind herausgenommen und zu einem großen Teil bereits durch neue ersetzt. In der nächsten Woche, so kündigt Abdurahman Klabadanovic an, soll das unter Denkmalschutz stehende Haus eingerüstet werden. Bisher liege eine Baugenehmigung für die Sanierung von Fassaden, Fenstern und Dach vor, erklärt der Bauherr. Damit möchte er zügig vorankommen. Gleichzeitig habe er einen Bauantrag auf Umnutzung gestellt. Aus dem Bürogebäude soll ein Wohnhaus werden. Auf die Genehmigung warte er noch, berichtet Abdurahman Klabadonovic, der 1992 aus Bosnien nach Mecklenburg kam. Eigentlich, so erzählt der Bosnier, sei er Schuhmacher von Beruf, habe in den mehr als 20 Jahren in Deutschland aber vieles gemacht, u.a. ein Haus in Schwerin, wo er wohnt, saniert und vermietet.


Einst nach Plänen von Martin Eggers gebaut


Auf das ehemalige AOK, Gebäude, dass die Krankenkasse schon vor mehr als zehn Jahren verkauft hatte, war er im Internet gestoßen. Er kaufte es vor rund einem Jahr und möchte es nun zu Wohnraum umbauen. Sollte er die Genehmigung dafür erhalten peilt Abdurahman Klabadonovic eine Fertigstellung zum Ende des Jahres an. Vier Wohnungen könnten auf jeder Etage entstehen.

Die Baupläne des Architekten Martin Eggers stammen aus dem Jahr 1924. Es war als Bürogebäude für die Bilfrieda GmbH konzipiert worden, berichtet Dieter Poller von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises. Wenig später war im gleichen Stil direkt daneben eine Ausstellungshalle ebenfalls nach Plänen von Martin Eggers errichtet worden. In dem Haus befindet sich seit langem ein Fahrradladen. Die Firma Bilfrieda war ein Unternehmen, das mit Landtechnik und Bedarfsgütern für die Industrie handelte.

Das zugegebenermaßen heruntergekommene Gebäude ist ein Beispiel für modernes Bauen in den 1920er-Jahren in Güstrow. „Ins Auge fallen Stilelemente des Expressionismus wie die Zackenbekrönung über dem hervorgehobenen Eingangsportal“, beschreibt Poller. Ähnliche Stilelemente finden sich in Güstrow u.a. an einigen Villen in der John-Brinckman-Straße. Im Innern des Hauses würden die großen Flure, die der Bauherr bei einer Wohnnutzung genau so großzügig erhalten möchte, und die Innentüren mit expressionistischen Stilelementen auffallen. 

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erstellt am 19.Feb.2016 | 07:00 Uhr

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